Leben am Centre

Jakob Vogel ist der neue Direktor des Centre Marc Bloch

01. September 2018


Am 01. September 2018 hat der Historiker Jakob Vogel die Direktion des Centre Marc Bloch übernommen und folgt in dieser Funktion Catherine Gousseff nach.

Jakob Vogel ist Professor für Geschichte Europas (19. und 20. Jahrhundert) am Centre d’Histoire von Sciences Po Paris. Geboren 1963 in Hamburg, studierte er Geschichte, Philosophie und Öffentliches Recht in Bonn, Paris und Berlin. Nach einem Studienabschluss an der Universität Paris VII wurde er 1995 an der FU Berlin mit einer Arbeit über den nationalen Militärkult in Deutschland und Frankreich zwischen 1871 und 1914 promoviert. Seit 2000 war er Wissenschaftlicher Assistent am Frankreichzentrum der TU Berlin, wo er 2005 habilitierte. Das aus der Habilitation entstandene Buch „Ein schillerndes Kristall. Eine Wissensgeschichte des Salzes zwischen Früher Neuzeit und Moderne“ (Köln 2008) wurde 2009 mit dem Buchpreis des Internetliste „H-Soz-Kult“ ausgezeichnet.

Nach einer Zeit als Stellvertretender Direktor des Centre Marc Bloch ab 2006 wurde Jakob Vogel  2008 zum Professor für Geschichte Europas und des europäischen Kolonialismus des 18. bis 20. Jahrhunderts berufen. Von dort aus wechselte er 2011 zu Sciences Po nach Paris, in dessen Rahmen er unter anderem im deutsch-französischen Studienprogramm von Sciences Po Nancy sowie im euro-afrikanischen Studienprogramm in Reims unterrichtete.

In seinen Forschungsarbeiten und Publikationen hat sich Jakob Vogel in vielfältiger Weise mit Themen und Fragen der europäischen Geschichte der Neuzeit und dem europäischen Kolonialismus beschäftigt. Als Spezialist der Geschichte eines „langen 19. Jahrhunderts“ hat er dabei die Rolle der Nation und des Nationalen wie auch der transnationalen Beziehungen und Verflechtungen Europas und der aussereuropäischen Welt thematisiert. So hat er beispielsweise 2017 als Mitherausgeber des Bandes „Europa. Notre Histoire“ (hg. von E. François, Th. Serrier u.a. im Verlag „Les Arènes“) verantwortlich den 3. Teil „Mémoires-mondes“ betreut.  

Wesentlich mitbegründet und geprägt hat Jakob Vogel das dynamische Feld der „Wissensgeschichte“, die sich allgemeiner mit der sich wandelnden Stellung des Wissens in den modernen Gesellschaften beschäftigt. Ein Hauptaugenmerk galt in den letzten Jahren dabei der Zirkulation des Wissens und von akademisch gebildeten Experten im europäischen und kolonialen Rahmen, etwa in Afrika oder in Lateinamerika.

Die verschiedenen Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere haben Jakob Vogel fest in der deutsch-französischen Hochschullandschaft verankert. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutsch-französischen Hochschule DFH-UFA sowie des Frankfurter Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales (IFRA). Daneben bringt Jakob Vogel in seine Arbeit am Centre Marc Bloch zahlreiche Kontakte und Kooperationen auf europäischer und internationaler Ebene ein. Das von ihm mitbegründete internationale Netzwerkes GRAINES zur Doktorandenausbildung in den Europäischen Studien, ein Konsortium wichtiger europäischer Universitäten (neben Sciences Po Paris umfasst es die Universitäten St. Andrews,  Wien, Prag, Zürich und Köln), sowie enge Kontakte nach Großbritannien, Italien, in die Schweiz oder nach Luxemburg sollen helfen, das Centre in den kommenden Jahren noch stärker in eine breitere europäische Forschungslandschaft einzuschreiben.



Kontakt:

Jakob Vogel
jakob.vogel_[at]_cmb.hu-berlin.de