Joël Glasman Forscher



Mutterinstitut
Centre Marc Bloch
Fachbereich
Geschichte

Aufenthaltszeitraum : vom 01.10.2016 bis 31.12.2017
Biographie

Joël Glasman ist Historiker mit einem Schwerpunkt auf die Geschichte Afrikas. Er hat in Leipzig und Paris promoviert. Er war von 2007 bis 2009 Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs 'Bruchzonen der Globalisierung' und von 2009 bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für die Geschichte Afrikas (Prof. Dr. Andreas Eckert) der Humboldt Universität zu Berlin. Seit Oktober 2016 ist er Forscher im Centre Marc Bloch. Seit 2015  leitet er zudem im Rahmen des SPP1448 'Adaptation and Creativity in Africa' das DFG-Forschungsprojekt 'Flüchtlingslager. Geschichte einer humanitären Technologie'. 

Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle der Globalgeschichte, der Geschichte Afrikas und der historischen Anthropologie. Eine zentrale Frage dieser Forschung ist: Wie sind die sozialen Kategorien entstanden, die heute benutzt werden, um soziale Unterschiede und Konflikte zu erfassen? Empirisch wurde diese Frage am Beispiel der Klassifizierung von Ethnizität im Senegal im 19. Jh.; der Entstehung des Polizeiberufs in Togo im 20. Jh.; und der Erfindung der 'Grundbedürfnisse' in der humanitären Hilfe des 20. und 21 Jh. nachgegangen. 

Seine Aufsätze sind u.a. in The Journal of African History, History in Africa, Werkstattgeschichte, Politique Africaine, Sociologus, Genèse und Afrique et Histoire erschienen. Seine Doktorarbeit erschien 2015 mit dem Titel Les corps habillés au Togo. Genèse des métiers de police (Karthala). Zusammen mit Debora Gerstenberger wurde 2016 der SammelbandTechniken der Globalisierung. Globalgeschichte meets Akteur-Netzwerk-Theorie herausgegeben.

Joël Glasman ist Mitglied im Netzwerk Flüchtlingsforschung, Redaktionsmitglied des Flüchtlingsforschungsblog (http://fluechtlingsforschung.net/) und Mit-Herausgeber der Zeitschrift WerkstattGeschichte (http://www.werkstattgeschichte.de/)

 

 

 

 

 

 

 

 




Techniken der Globalisierung - Globalgeschichte meets Akteur-Netzwerk-Theorie

01.August 2016

Joël Glasman , Debora Gerstenberger

Edition: Transkript Verlag
ISBN: 978-3-8376-3021-3

Die Globalgeschichte ist derzeit eines der dynamischsten Felder der Geschichtswissenschaft. In den Geistes- und Sozialwissenschaften gehört die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) zu den gefragtesten Theorieangeboten. Dieser Band prüft Globalgeschichte und Akteur-Netzwerk-Theorie auf Kompatibilität und verbindet sie miteinander. Die Beiträge zeigen, wie die theoretischen Annahmen und Methoden Bruno Latours, dem prominentesten Vertreter der Akteur-Netzwerk-Theorie, zur Erneuerung und Schärfung des Profils der Globalgeschichte beitragen können. Ausgegangen wird nicht von einer allmächtigen Kraft namens Globalisierung. Gefragt wird stattdessen nach Menschen und Techniken, die weitreichende Netzwerke zu bilden imstande waren. Die Beiträger_innen liefern Antworten auf die Frage, welche Akteure welches Phänomen globalisiert haben.