Leben am Centre

Neues Online-Seminar : Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht.

19. Mai 12:00

Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht. Deutsch-französische und europäische Perspektiven

Zurzeit erleben wir eine nie dagewesene globale Gesundheitskrise. Die durch COVID-19 ausgelöste Ausnahmesituation hat unsere gesellschaftliche Ordnung tiefgreifend verändert. Sie beeinträchtigt unser geistiges Wohlbefinden, sie beeinflusst unser soziales Leben, stellt bestehende politische Zusammenhänge infrage und erschüttert unsere Finanzsysteme. Die Verschiebung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben hat die Rolle der Technologie in unserem Alltag intensiviert. Die Krise zwingt uns, unser Verhältnis zur Wissenschaft, aber auch zur Umwelt zu überdenken. Politik, Forschung und Medien versuchen, die Welt nach der Krise zu imaginieren – was von apokalyptischen Prophezeiungen bis hin zum Entwurf ökologischer Utopien reicht. Doch nicht allein die Zukunft, auch die heutigen Auswirkungen der Krise auf unzählige Bereiche unserer Gesellschaften müssen in aller Dringlichkeit reflektiert werden.

In diesem Kontext will das Centre Marc Bloch, deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften, das sich hauptsächlich mit den Transformationen Europas und dessen Platz in einer globalen Welt beschäftigt, seine Debatten einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen: Ein neues, offenes Online-Seminar bringt jeweils Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen – wie der Geschichte, der Philosophie, der Soziologie, den Politikwissenschaften, der Anthropologie, den Kulturwissenschaften oder den Gesundheits- und Umweltwissenschaften – zu thematischen Diskussionen zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Gesellschaften in medias res zu beleuchten. Hierbei sind wir davon überzeugt, dass die Vergangenheit zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen kann, unabhängig davon, ob diese außerordentlich ist oder sich in eine lange Dauer einschreibt, ob sie unsere gesellschaftlichen und politischen Strukturen verfestigt oder umwälzt oder ob sie tatsächlich zu einer Neubewertung dessen führt, was als „wesentlich“ oder „relevant“ für die Gesellschaft begriffen wird. Gesellschaftsanalyse in Krisenzeiten mithilfe der Geistes- und Sozialwissenschaften kann so zum Verständnis dessen beitragen, was mit uns geschieht, und uns dabei helfen, die sich aufdrängenden gesellschaftlichen Veränderungen einzuschätzen.

Kontakt: noa.levin@cmb.hu-berlin.de


Erste Veranstaltung:

ONLINE - Balázs Trencsényi - Regional Contexts of a Global Crisis: The Politics of COVID-19 in East Central Europe

25. Mai | 10:00

While the scholarly debate has been focusing on the previously unfathomed controlling mechanisms and technologies emerging in the context of the global crisis management, one should not forget about the functioning of more „conventional” institutions and mechanisms of power such as federal and municipal administrations, parliaments, courts, etc. Seeking to generate further discussion, this position paper seeks to give a short overview of the politics of COVID-19 in East Central Europe, with a special focus on Hungary, where some of the most contested measures were implemented as a reaction to the pandemic.

Balázs Trencsényi is a Professor at the History Department of Central European University, Budapest, and co-director of Pasts, Inc. Center for Historical Studies. His main field of interest is the his­tory of modern political thought in East Central Europe. Between 2008 and 2013, he was Principal Investigator of the European Research Council project, “Negotiating Modernity”: History of Modern Political Thought in East Central Europe. Among others, he is the author of the monograph, The Politics of ‘National Character’: A Study in Interwar East European Thought (Routledge, 2012); co-author of AHistory of Modern Political Thought in East Central Europe. Vols. I-II (Oxford: Oxford UP, 2016, 2018); as well as co-editor of Discourses of Collective Identity in Central and Southeast Europe (1775–1945), vols. I–II, IV(Budapest: CEU Press, 2006–7, 2014); European Regions and Boundaries: A Conceptual History (New York: Berghahn, 2017); and Brave New Hungary: Mapping the "System of National Cooperation” (Lexington: Rowman and Littlefield, 2019).

Discussion with Marc Lazar (Sciences Po Paris) and Leyla Dakhli (CMB / ERC DREAM).

Via Zoom.

Inscription by : anmeldung@cmb.hu-berlin.de