Franck Hofmann Forscher



Fachbereich
Literaturwissenschaft

Aufenthaltszeitraum : vom 01.10.2015 bis 30.09.2019
Biographie

Franck Hofmann ist komparatistischer Literaturwissenschaftler und Essayist. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Feld zwischen philosophischer Anthropologie und ästhetischer Theorie, Epistemologie und Kulturtheorie. Als Forscher des Centre Marc Bloch arbeitet er zur Méditerranée als Teil des Global South sowie an an einem Buch zu Fragen der Erzählung des Globalen und der Architekturen des Wissens. Im Rahmen des von ihm betreuten Max Lingner-Projekts am CMB - das den kommunistischen Maler und engagierten Pressezeichner Lingner als Figur des deutsch-französischen Kulturtransfers in den Blick nimmt - gilt sein Interesse den Transformationen von Realismus und Fragen der Welthaltigkeit der Künste.  

Hofmann studierte an der Philipps-Universität Marburg, am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin und an der Universität der Künste Berlin. Nach der Promotion unterrichtete er deutsche Literatur und Sprache an der université Lille 3 und war einer der Herausgeber des deutsch-französischen Jahrbuchs transversale (DFH/UFA). Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" an der FU Berlin und war gemeinsam mit Markus Messling Sprecher der internationalen Forschergruppe "transmed! Denken der Méditerranée und europäisches Bewusstsein".




Publikationen

Monographien

Aus dem letzten Zimmer. Eine Ästhetik des Abschieds. Berlin: Kadmos 2016

Sprachen der Freundschaft. Rudolf Borchardts Arbeit am ästhetischen Menschen. München: Fink 2004

 

Herausgeberschaften

Fluchtpunkt. Das Mittelmeer und die europäische Krise, hrsg. und eingeleitet von Franck Hofmann und Markus Messling, Berlin: Kadmos 2017.

Leeres Zentrum. Das Mittelmeer und die literarische Moderne. Eine Anthologie, herausgegeben und mit einem Nachwort von Franck Hofmann und Markus Messling, Berlin: Kadmos 2015.

Die Erfahrung des Orpheus, hg. mit Gabriele Brandstetter u.a., München: Fink  2010.

Raum in den Künsten. Konstruktion – Bewegung – Politik, hg. mit Armen Avanessian, München: Fink 2010.

Notationen und choreographisches Denken, hg. mit Gabriele Brandstetter und Kirsten Maar, Freiburg: Rombach 2010.

Form. Zwischen Ästhetik und künstlerischer Praxis, hg. mit Armen Avanessian u.a., Berlin: Diaphanes 2009.

Erfahrungsräume - Configurations de l’expérience (transversale 2), hrsg. mit Nicolas Hubé, Jens Sennewald, Kerstin Hausbei, München: Fink 2006.

Abstand - Verständnis (transversale 1) hg. mit Nicolas Hubé, Jens Sennewald, Kerstin Hausbei, München: Fink 2005.

Raum-Dynamik, hg. mit Jens Sennewald, Bielefeld: transkript 2004.

Material im Prozess. Strategien ästhetischer Produktivität, hg. mit A. Haus u. Änne Söll, Berlin : Reimer 2000.

 

Aufsätze in programmatischer Auswahl

"Die Frage nach dem Menschen. Postscript". Nachwort zur Neuausgabe von Rudolf Borchardt: Der Deutsche in der Landschaft. Berlin: Matthes & Seitz 2018. 

"De/Konstruktionen des Südens – Die Méditerranée im planetaren Horizont der documenta 14". In: Kritische Berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaft. Marburg: Jonas Verlag 2018, S.10-17. (In Vorbereitung)

„Glas Licht Schatten. Kengo Kumas Architektur des Partikularen und ihre Erzählung der Welt.“ In: Literaturen der Welt. Zugänge, Modelle, Analysen eines Konzepts im Übergang, hrsg. v. Patricia Gwozdz und Markus Lenz, Heidelberg: Winter 2018 (im Erscheinen).

„Ein Wohnhaus der Ding. Orhan Pamuks Museum der Unschuld in Istanbul“. In: Literatur leben. Festschrift für Ottmar Ette, hrsg. v. Albrecht Buschmann u.a., Frankfurt am Main : Vervuert 2016, S. 597-605.

"Die Krise Europas. Von Gide bis Godard: Denken der Méditerranée und europäisches Bewusstsein" (gemeinsam mit Markus Messling). In: Lendemains. Etudés comparées sur la France, ed. par Wolfgang Asholt, Alain Montandon e.a., 38. Jg 2013, 150/151, S. 141-152

"Sprachsinn". In: Kunstkomparatistik. Zum Gedenken an Gert Mattenklott, hrg. v. Friederike Wissmann u.a, Berlin: Editon AVL 2012, S. 60-62.

"Spannung als 'philologische Heimat' des Menschen? Zum Verhältnis von Erfahrung und Weltliteratur bei Erich Auerbach". In: Akten des XI. Germanistenkongresses Paris 2005, Bd. 5: Kulturwissenschaft vs. Philologie, hrg. v. Jean-Marie Valentin, Bern 2008, S. 99-103.

"Auferstehung des Körpers. Über Formen und Funktionen der Ekstase nach dem Niedergang des Leibes". In: Paragrana. Zeitschrift für historische Anthropologie: Rausch Sucht Ekstase, Berlin 2004, S. 241-253.

"Literatur des Vergessens. Brechts Strategien für Städtebewohner und die Kritik der Erinnerung". In:  Germanica 33 / Lille 2003, S. 79-96.

 


Fluchtpunkt - Das Mittelmeer und die europäische Krise

01.November 2017

Franck Hofmann, Markus Messling

Edition: Kulturverlag Kadmos
ISBN: ISBN 978-3-86599-384-7

»Schließlich blüht die modische Verneinung von Modernität, Vernunft und Aufklärung auf beiden Seiten unseres gemeinsamen Mittelmeeres.« Sadik J. Al-Azem

In der Méditerranée kommen die Zukunftsprobleme der globalen Welt wie unter einem Brennglas zur Sichtbarkeit: Europa muss sich vom Süden her neu entwerfen.

Mit Texten von

Sadik J. Al-Azem, Étienne Balibar, Raffaele Carbone, Volkan Çidam, Roberto Dainotto, Depression Era, Hanno Ehrlicher, Ottmar Ette, Gunter Gebauer, Mohamed Kerrou, Yann Lafon, Giovanni Levi, Nora Lafi, Nazan Maksudyan, Sandro Mezzadra, Tanja Michalsky, Sarga Moussa, Valentina Neri, Diogo Sardinha, Adania Shilbi, Frieder Otto Wolf



Aus dem letzten Zimmer. Eine Ästhetik des Abschieds

01.November 2016

Franck Hofmann

Edition: Kulturverlag Kadmos
ISBN: 978-3-86599-295-6

Bildkünstlerisch begleitet von Werner Gasser

Die persönliche Erfahrung einer Sterbebegleitung stand am Anfang: Wie können wir, Vaganten metaphysischer Obdachlosigkeit, unserer Endlichkeit begegnen? Und mehr noch: Was heißt es, den Tod nicht als etwas zu denken, das gegeben ist, sondern als etwas, das im menschlichen Horizont geschaffen werden muss: Dass es gilt, sterblich zu werden? Von der kulturtheoretischen These ausgehend, dass der Tod eines der letzten Tabus säkularer Gesellschaften und die ›ars moriendi‹ ein zentrales Defizit der Moderne ist, stellt das Buch die Frage: Welche Formen könnte eine gegenwärtige Sterbekunst annehmen? In dieser gewinnen die Literatur und  die Künste eine besondere Bedeutung; ermöglichen sie doch die Entfaltung einer symbolischen Kultur, die bis an die Grenze reicht, an der das Leben abbricht. In der Stille, die dort herrscht, gewinnt das Erzählen an Gewicht. Es wird Teil der Anstrengung, von der dieses Buch berichtet: die hoffnungslose Endgültigkeit des Verlusts zu begreifen und ihr im Leben gerecht zu werden. 



Leeres Zentrum. Das Mittelmeer und die literarische Moderne

07.Mai 2015

Franck Hofmann, Markus Messling

Edition: Kulturverlag Kadmos
ISBN: 3865992560

Die Autoren dieses Bandes reflektieren das Mittelmeer als zentralen Bezugspunkt des europäischen Bewusstseins im Moment einer radikalen Krise, die im Zeichen forcierter Modernisierungen, des Kolonialismus und der Kriege der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufbricht.

Als Vorbildkultur taugt ihnen die beschriebene Méditerranée nicht mehr, jedenfalls nicht ungebrochen, und auch nicht mehr als Zentrum einer globalisierten Weltgesellschaft. So verzeichnen sie ein letztes Mal das kulturelle Inventar des Mittelmeers und lösen sich, jeweils auf spezifische Art, von der Vorstellung einer im Süden als Norm zu gewinnenden Klassizität und Humanität. Doch auch wenn das mediterrane Erbe in der Moderne radikal in Frage gestellt und die kulturelle Geographie des Mittelmeers neu geordnet wird, bleibt der Bezug zum Süden doch Teil der Bestimmungen des Europäischen. Er lässt sich als Konfrontation der Autoren mit einem leeren Zentrum beschreiben, das nicht mehr die Hoffnung auf eine Ordnung des Maßes oder das Versprechen ursprünglicher Vitalität bereithält, ohne das aber ihre ästhetischen und anthropologischen Reflexionen nicht denkbar wären.

Wie über Europa nachdenken, wenn nicht aus dieser Verschiebung heraus? In der Kulturkrise Europas unserer Tage erscheinen die hier präsentierten Texte daher geradezu gegenwärtig.

Foto- und Textquelle: http://www.kulturverlag-kadmos.de/buch/leeres-zentrum.html.