Dr. Franck Hofmann | Forscher

Kritisches Denken im Plural. Begriffliche Wege der Sozialforschung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: hofmann  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700 or 70707

Fachbereich : Literaturwissenschaft |

Biographie

Franck Hofmann ist komparatistischer Literaturwissenschaftler und Essayist. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Feld zwischen philosophischer Anthropologie und ästhetischer Theorie, Epistemologie und Kulturtheorie. Als Forscher des Centre Marc Bloch arbeitet er zur Méditerranée als Teil des Global South sowie an an einem Buch zu Fragen der Erzählung des Globalen und der Architekturen des Wissens. Im Rahmen des von ihm betreuten Max Lingner-Projekts am CMB - das den kommunistischen Maler und engagierten Pressezeichner Lingner als Figur des deutsch-französischen Kulturtransfers in den Blick nimmt - gilt sein Interesse den Transformationen von Realismus und Fragen der Welthaltigkeit der Künste.  

Hofmann studierte an der Philipps-Universität Marburg, am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin und an der Universität der Künste Berlin. Nach der Promotion unterrichtete er deutsche Literatur und Sprache an der université Lille 3 und war einer der Herausgeber des deutsch-französischen Jahrbuchs transversale (DFH/UFA). Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" an der FU Berlin und war gemeinsam mit Markus Messling Sprecher der internationalen Forschergruppe "transmed! Denken der Méditerranée und europäisches Bewusstsein".

Häuser in der Welt. Nach der Kritik des europäischen Universalmuseums.

Das Forschungsprojekt setzt nach der Kritik musealer Kultur im allgemeinen, nach der Geschichte des europäischen Universalmuseums im besonderen an. Die Zukunft des Museums, so formulierte es der türkische Autor Orhan Pamuk in einem Manifest, liege nicht in den Palästen – wie etwa dem des Louvre – sondern in den Wohnungen und Stadtquartieren, sie sei nicht an die großen Erzählungen, sei es des Nationalismus, sei es des Universalismus, gebunden, sondern an die kleinen Geschichten der Menschen, die in diesen leben. Statt die Welt unter einem Dach versammeln zu wollen, wie Neil MacGregor den Anspruch des British Museums formulierte, fragt dieses Projekt nach der Pluralisierung des Museums in der Welt, setzt es dem Universalmuseum in seinen Fallstudien die Partikularität einzelner Häuser entgegen. – Etwa die Erfahrung des von Sunder-Plassmann Architekten im Zusammenarbeit mit Pamuk entworfenen Museums der Unschuld in Istanbul. Nach postmoderner und postkolonialer Theoriebildung wird das Museum, das zugleich Repräsentation und Werkzeug der beanspruchten Weltgeltung einer eurozentrischen Moderne war, in diesem Forschungsprojekt auf seine spezifischen Potentiale befragt, zur Ausbildung einer neuen Universalität nach dem Ende des europäischen Universalismus beizutragen. Hier kommt, neben Provenienzforschung und Restitutionspolitik, gerade auch Architekturen besondere Bedeutung zu, die neu Entwürfe und Praktiken des Museums im symbolischen Aufbau der Weltgesellschaft entwickeln.

REALISMUS! Max Lingner-Projekt

Publikationen

Monographien

Aus dem letzten Zimmer. Eine Ästhetik des Abschieds. Berlin: Kadmos 2016

Sprachen der Freundschaft. Rudolf Borchardts Arbeit am ästhetischen Menschen. München: Fink 2004

Herausgeberschaften

Fluchtpunkt. Das Mittelmeer und die europäische Krise, hrsg. und eingeleitet von Franck Hofmann und Markus Messling, Berlin: Kadmos 2017.

Leeres Zentrum. Das Mittelmeer und die literarische Moderne. Eine Anthologie, herausgegeben und mit einem Nachwort von Franck Hofmann und Markus Messling, Berlin: Kadmos 2015.

Die Erfahrung des Orpheus, hg. mit Gabriele Brandstetter u.a., München: Fink  2010.

Raum in den Künsten. Konstruktion – Bewegung – Politik, hg. mit Armen Avanessian, München: Fink 2010.

Notationen und choreographisches Denken, hg. mit Gabriele Brandstetter und Kirsten Maar, Freiburg: Rombach 2010.

Form. Zwischen Ästhetik und künstlerischer Praxis, hg. mit Armen Avanessian u.a., Berlin: Diaphanes 2009.

Erfahrungsräume - Configurations de l’expérience (transversale 2), hrsg. mit Nicolas Hubé, Jens Sennewald, Kerstin Hausbei, München: Fink 2006.

Abstand - Verständnis (transversale 1) hg. mit Nicolas Hubé, Jens Sennewald, Kerstin Hausbei, München: Fink 2005.

Raum-Dynamik, hg. mit Jens Sennewald, Bielefeld: transkript 2004.

Material im Prozess. Strategien ästhetischer Produktivität, hg. mit A. Haus u. Änne Söll, Berlin : Reimer 2000.

Aufsätze in programmatischer Auswahl

"Die Frage nach dem Menschen. Postscript". Nachwort zur Neuausgabe von Rudolf Borchardt: Der Deutsche in der Landschaft. Berlin: Matthes & Seitz 2018. 

"De/Konstruktionen des Südens – Die Méditerranée im planetaren Horizont der documenta 14". In: Kritische Berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaft. Marburg: Jonas Verlag 2018, S.10-17. (In Vorbereitung)

„Glas Licht Schatten. Kengo Kumas Architektur des Partikularen und ihre Erzählung der Welt.“ In: Literaturen der Welt. Zugänge, Modelle, Analysen eines Konzepts im Übergang, hrsg. v. Patricia Gwozdz und Markus Lenz, Heidelberg: Winter 2018 (im Erscheinen).

„Ein Wohnhaus der Ding. Orhan Pamuks Museum der Unschuld in Istanbul“. In: Literatur leben. Festschrift für Ottmar Ette, hrsg. v. Albrecht Buschmann u.a., Frankfurt am Main : Vervuert 2016, S. 597-605.

"Die Krise Europas. Von Gide bis Godard: Denken der Méditerranée und europäisches Bewusstsein" (gemeinsam mit Markus Messling). In: Lendemains. Etudés comparées sur la France, ed. par Wolfgang Asholt, Alain Montandon e.a., 38. Jg 2013, 150/151, S. 141-152

"Sprachsinn". In: Kunstkomparatistik. Zum Gedenken an Gert Mattenklott, hrg. v. Friederike Wissmann u.a, Berlin: Editon AVL 2012, S. 60-62.

"Spannung als 'philologische Heimat' des Menschen? Zum Verhältnis von Erfahrung und Weltliteratur bei Erich Auerbach". In: Akten des XI. Germanistenkongresses Paris 2005, Bd. 5: Kulturwissenschaft vs. Philologie, hrg. v. Jean-Marie Valentin, Bern 2008, S. 99-103.

"Auferstehung des Körpers. Über Formen und Funktionen der Ekstase nach dem Niedergang des Leibes". In: Paragrana. Zeitschrift für historische Anthropologie: Rausch Sucht Ekstase, Berlin 2004, S. 241-253.

"Literatur des Vergessens. Brechts Strategien für Städtebewohner und die Kritik der Erinnerung". In: Germanica 33 / Lille 2003, S. 79-96.


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin