Lucie Lamy | Doktorandin

Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: lamy  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700

Mutterinstitut : Université Paris-Diderot | Position : Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Doktorandin) | Fachbereich : Zeitgenössische Geschichte , Germanistik |

Biographie

seit September 2018 : wissenschaftliche Mitarbeiterin am Marc Bloch Zentrum und Doktorandin in Geschichte/Germanischen Studien an der Université de Paris (laboratoire Identités, Cultures, Territoires)

2016-2018 : Master of Education (Paris Sorbonne) / Staatsexamen (agrégation) im Fach Deutsch / Referendariat als Deutschlehrerin am Gymnasium Louis-le-Grand (Paris)

2013-2016 : Master in Germanischen Studien (Sorbonne Nouvelle Paris 3)

Forschungsthema

 

- Deutsch-Balten seit dem Zweiten Weltkrieg (Organisationen und Publizistik)

- “Deutsche” Minderheiten in den Sowjetrepubliken Estland und Lettland / im postsowjetischen Estland und Lettland

- Vertriebenenverbände

- Antikommunismus in der BRD

- transnationale Geschichte

- Postmigration und Mobilitäten

 

Titel der Dissertation

Nach dem Zweiten Weltkrieg “Deutsch-Balte” sein oder werden: (Re)Definitionen einer ethnischen Kategorie in postmigrantischem Kontext (Ende der 1960er – Anfang der 2000er) - vorläufiger Titel

Institution der Dissertation

Paris-Diderot

Betreuer

Patrick Farges

Organisation von Veranstaltungen

- seit 2019 : Ko-Organisation des Forschungsschwerpunkts "Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung" am CMB

Vergangene Veranstaltungen

- 10-11/02/2021 : Ko-organisation des interdisziplinären Workshops "(Post)Migration und Konflikte" (Junges Forum), CMB / Université de Paris

- 2019 : Ko-organisation des Forschungskolloquiums am CMB

Aktivitäten

- Sommersemester 2020 : Lehrbeauftragte am Institut für Geschichte der Humboldt-Universität

- 2019-2020 : Gleichstellungsbeauftragte am CMB

- 2018-2019 : Doktorand*innenvertreterin am CMB

Nach dem Zweiten Weltkrieg “Deutsch-Balte” sein oder werden: (Re)Definitionen einer ethnischen Kategorie in postmigrantischem Kontext (Ende der 1960er – Anfang der 2000er) - vorläufiger Titel

Diese Forschung setzt sich mit den ‘Deutschbalten’ zwischen dem Ende der 1960er Jahren und 2004 auseinander. Sie widmet sich primär der Entwicklung der Bedeutung des Begriffes ‘deutschbaltisch’ sowie dessen Umdeutung in einer Zeit, in der die Gruppe, die damit gemeint ist, nicht mehr mit der traditionellen Definition des Begriffes übereinstimmt, die auf die deutschsprachige Minderheit der russischen Provinzen Livland, Estland und Kurland, später von Lettland und Estland bis 1939 hinwies. Während nach dem Zweiten Weltkrieg die Mehrheit der Deutschbalten einfache Deutsche in Deutschland geworden waren, wird das Adjektiv ‘deutschbaltisch’ im Namen von zahlreichen Vereinen und Presseorganen weiterhin verwendet. Dies geht mit einer Redefinition der Kategorie ‘deutschbaltisch’ einher, die allmählich nicht mehr als eine ethnische Kategorie dargestellt wird, sondern als ein kulturelles Projekt, das auf einem europäischen Narrativ basiert und die besondere Bindung zwischen bestimmten Deutschen (mit deutschbaltischem Hintergrund) einerseits und Estland und Lettland andererseits betont.

Jenseits vom Diskurs setzt sich dieses Forschungsprojekt zum Ziel, Praktiken der Sozialisierung und der Vernetzung sowie politische Interesse herauszuarbeiten, die Menschen zusammenbringen – oder spalten – die sich als Teil der deutschbaltischen ‘Gemeinschaft’ verstehen. Dies schließt die Berücksichtigung von Verhältnissen zwischen Individuen, Gruppen und Organisationen mit ein, die ein transnationales, aus Akteuren mit unterschiedlichen Erwartungen und Interessen bestehendes Netzwerk bilden. Die Integration von Quellen, die die Perspektiven der unterschiedlichen Akteure (aus Deutschland, Lettland, Estland und anderen Ländern) dokumentieren, erlaubt es, die Analyse jenseits der Narrative zu erweitern, die sich aus den Quellen der deutschbaltischen Presseorgane und Vereine in Deutschland ergeben. Insofern steht dieses Projekt im Einklang mit einer Historiographie der Vertriebenen, die durch eine Erweiterung des Untersuchungsrahmens die von den Vertriebenen festgelegten Definitionen und Grenzen hinterfragt.

Publikationen

Lamy Lucie, « Un « voyage dans le passé » ? Le tourisme du souvenir comme pratique culturelle mémorielle », Matériaux pour l’histoire de notre temps, n°133‑134, 2019, p. 66‑69.