Dr. Cornelia Schendzielorz | Assoziierte Forscherin

Staat, Recht und politischer Konflikt
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: schendzielorz  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: 030 2093666-27
Website: http://http://

Mutterinstitut : Centre Marc Bloch, Universität Freiburg | Position : assoziierte Forscherin des Centre Marc Bloch | Fachbereich : Soziologie |

Biographie

Seit 12/2018: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin, Lehrbereich Wissenschaftsforschung, Prof. Martin Reinhart und Prof. Stefan Hornbostel.

Seit 05/2017: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) Im Themenfeld „Bewertungspraktiken in Wissenschaft und Hochschule“ in Berlin

09/2016 – 05/2017: Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Elternzeitvertretung) im Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung, Schwerpunkt „Architekturen des Wissens“ an der Humboldt Universität zu Berlin

10/2012 – 06/2016: Promotion am Centre Marc Bloch Berlin, deutsch-französisches Zentrum für Sozialwissenschaften, zum Thema „Berufliche Soft Skill Trainings: Aushandlungsraum eine sozial akzeptablen Subjektivität“ betreut von Prof. Dr. Ulrich Bröckling und Prof. Dr. Tanja Bogusz

01/2015 - 5/2015: wissenschaftliche Mitarbeiterin (Mutterschutzvertretung) bei Prof. Uwe Vormbusch am Lehrstuhl "Soziologische Gegenwartsdiagnosen" an der FernUniversität Hagen. Durchführung einer Vorstudie zum Projekt „Taxonomien des Selbst. Zur Genese und Verbreitung kalkulativer Praktiken der Selbstinspektion“

2012: Geprüfte Hilfskraft im Projekt „Online Dating. Mediated Communication between Romantic Love and Economic Rationalization“, in einer Kooperation der Université de Lausanne und des Instituts für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

2009 - 2011: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung an der Goethe Universität Frankfurt am Main im deutsch-französischen Kooperationsprojekt (DFG/ANR) „Bewährungsprobe durch das Fernsehen. Eine Studie über die medialen Formen der Anerkennung“ unter der Leitung von Axel Honneth und Olivier Voirol.

2009: Abschluss als Magistra Artium in Soziologie und Neuerer und Neuester Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i. Brsg.

08/2007 - 09/2007: Praktikum im Bundesinstitut für Berufsbildung in der Abteilung für sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung, betreut von Dr. Agnes Dietzen

Forschungsthema

Soziologie des Wertens und Bewertens, Praxistheorie, Wissenschaftssoziologie, Bildungs- und Arbeitssoziologie, qualitative Methoden

Projekte

Begutachtung in der Krise?

Exploration eines systematischen Ansatzes für die Wissenschaftsforschung

Selbst- und Fremdsteuerung von Wissenschaft ist in erheblichem Masse auf Begutachtungsprozesse angewiesen, in denen Fachexpert*innen die Qualität von wissenschaftlicher Arbeit im sogenannten Peer Review bewerten. Diese Prozesse sind jedoch vielfältiger Kritik ausgesetzt, die von Überlastung, über Partikularismus, Konservatismus bis zu Ineffizienz reicht. Gleichwohl sind Peer-Review-Verfahren nach wie vor der etablierte Standard für qualitative Bewertungen wissenschaftlicher Leistung. Das Projekt befasst sich mit den vielfältigen Begutachtungsprozessen, die das Wissenschaftssystem auf verschiedenen Ebenen durchziehen und nimmt besonders deren Herausforderungen und Dilemmata in den Blick, um eine systemische Perspektive auf Begutachtung in der Wissenschaft zu entwickeln. Anhand von empirischen Fallstudien erfolgt eine praxeologische Analyse der Bewertungspraktiken, um die Konzeption sowie die Durchführung und den Ablauf der einzelnen Verfahrensschritte zu erfassen. Zentrale Referenzen sind die breite Peer-Review-Forschung sowie die aktuellen Arbeiten im Rahmen der Sociology of valuation, und vorangegangene Studie des DZHW und iFQs (http://www.dzhw.eu/abteilungen/system/projekte). Ziel des Projektes ist eine systematische Verfahrensanalyse von Begutachtungsprozessen in der Wissenschaft, um relevante Parameter zur Differenzierung und Typologisierung von Bewertungsverfahren herauszuarbeiten. In einer vergleichenden Analyse der Evaluationsverfahren werden dabei systematische Zusammenhänge und Anschlüsse verschiedener Verfahrensschritte ergründet, die für die Funktionstüchtigkeit des Begutachtungssystems in der Wissenschaft entscheidend sind.

Organisation von Veranstaltungen

05/2015 - 07/2016 Ko-Organisation des Forschungskolloquiums (Séminaire de Recherche) des Centre Marc Bloch, Berlin

12.-13. März 2015: "Praktiken der Subjektivierung in der Bildungs-Arbeit – Genealogie – Diskurs – Dispositiv", dt.-frz. Junges Forum am Centre Marc Bloch in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin. (gemeinsam mit Lisa-Marian Schmidt und Julien Acquatella)

Verschiedenes

01/2013 - 12/2014 Doktorandenvertreter_in und Mitglied des Institutsrats (Conseil de laboratoire) des Centre Marc Bloch, Berlin

11/2012 - 06/2015: Mitglied der AG Europa als Kommunikationsraum, Leitung: Daniel Schönpflug, Karsten Lichau, Nicolas Hubé, Centre Marc Bloch, Berlin.

11/2012 - 08/2015: Mitglied der AG transdisziplinäre Gesellschaftsanalyse nach 1989, Leitung: Tanja Bogusz, Jérémie Gauthier, Camille Roth, Centre Marc Bloch, Berlin

09/2015 - heute: Mitglied der AG kollektive Schaffensprozesse und Wissensgemeinschaften, Leitung: Sévérine Marguin, Camille Roth,  Centre Marc Bloch, Berlin

01/2013 - 07/2015: Sozialwissenschaftliches Kolloquium mit Dateninterpretations-sitzungen am Kottbusser Tor, Leitung: Dariuš Zifonun, Johannes Kniffki (ASH Berlin)

Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Mitglied der DGS Sektion Bildung und Erziehung

Fortbildungen:

01/2015: Academic Writing in English

03/2014: Medientraining

10/2013: Academic English

Aktivitäten

Vorträge (Auswahl)

20.07.2018: Was this Review Helpful to You? Creation and Re-Creation of Value through Measurement (mit Felicitas Hesselmann). Vortrag in der Session “Theorizing Measures, Rankings and Metrics” auf dem XIX ISA World Congress of Sociology, 15.-21.07.2018, Toronto, Kanada.

07.03.2018: Research on Peer Review – in search of a theoretical approach. (mit Martin Reinhart) Vortrag auf der internationalen Konferenz “PEERE international Conference on Peer Review“, 7.-9. März 2018, National Research Council, Rom, Italien.

2.03.2018: Organisationsinterne Verantwortungsdiffusion in der beruflichen Weiterbildung. Vortrag auf der internationalen Jahrestagung der Kommission Organisationspädagogik der DGfE „Organisation und Verantwortung“, 1. - 2. März 2018, Pädagogische Hochschule Oberösterreich, Linz, Österreich.

10.07.2017: Berufliche Soft Skill Trainings. Aushandlungsraum einer sozial akzeptablen Subjektivität,. Vortrag im Centre Marc Bloch, Berlin.

07.04.2016 "Der kollektive Künstler" (mit Sévérine Marguin) Vortrag im Rahmen der Tagung "Jenseits der Person. Die Subjektivierung kollektiver Subjekte" an der Universität Leipzig.

06.11.2014 "Selbstreflexion und Eigenverantwortung – Paradigmen der Subjektformung in Soft Skill Trainings" Vortrag im Rahmen des Workshops "Non-formale und informelle Bildung: Zwischen Selbstermächtigung und Selbstoptimierung", kommentiert von Jutta Ecarius an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

11.07.2014 "Bewährung in Soft Skill Trainings – Praktiken der Subjekttransformation" Vortrag im Rahmen der Tagung "Autonomie und Bewährung – Zentrale Begriffe der rekonstruktiven Bildungs- und Subjektforschung" an der Goethe Universität Frankfurt am Main.

11.04.2014 "Struktur- und Handlungsebene von Subjektivierung in Soft Skill Trainings – eine ethnografische Studie" Datenpräsentation und gemeinsame Analyse in der Session "Ethnografie" geleitet von Herbert Kalthoff im Rahmen des Workshops: Methodentriangulation in der empirischen Bildungsforschung, Alice Salomon Hochschule Berlin.

18.10.2013 "Die performative Kraft des Wissens – was macht welches Wissen mit uns?" Vortrag im Rahmen der Tagung "Welches Wissen ist was wert?" Soziale Inwertsetzung von Wissensformen, Wissensarbeit und Arbeitserfahrung in der Berufsbildung. im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn.

Lehre

SS 2018: Einführung in die Wissenschaftpolitik (mit Tim Flink), Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrbereich Wissenschaftsforschung

WS 2014/2015: Grundkurs Soziologische Theorie, Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin

WS 2013/2014: BA-Seminar, Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin

"Das Subjekt als Arrangement - Programme, Diskurse und Praktiken der Subjektwerdung" (mit Julien Acquatella)

Dieses Seminar führt in die aktuellen soziologischen Theorien ein, die ein relationales Verständnis des Subjekts begründen, das dessen strukturelle Bedingtheit in Rechnung stellt. Vor dem Hintergrund der beiden meist gegenläufigen Erzählungen der Subjektgeschichte als Prozess der Individualisierung oder Disziplinierung wird sich das Seminar in einer deutsch–französischen Perspektive der Rekonstruktion moderner Subjektkulturen widmen.

Klassische Ansätze der Subjektanalyse, wie die Subjektivierung in Macht- und Wissenskomplexen durch Technologien der Selbst- und Fremdbestimmung (Foucault), der diskursiv-performativen Subjektformierung (Butler), oder dem praktischen Sinn der Intersubjektivität (Bourdieu) werden anhand ausgewählter Originaltexte erarbeitet und erläutert. Darüber hinaus werden daran anknüpfende zeitgenössische Ansätze vorgestellt, die das Subjekt als programmatische Potenzialität, diskursive Produktion und kulturelle Matrix erfassen: die „Genealogie der Subjektivierung“ (Bröckling/Rose), die hybride Kulturformierung des Subjekts (Reckwitz) sowie die Praktiken und Pathologien der „performance de soi“ (Ehrenberg). Anschließend werden jene Konzepte mit einer empirischen Themenauswahl konfrontiert und Subjektivierungsprozesse in Arbeit und Bildung, die provisorische Identitätskonstruktion in der Spätmoderne sowie die performative Transformation des eigenen Körpers diskutiert. Verknüpft mit den verschiedenen theoretischen Ansätzen sollen diese Beispiele die Studierenden zur Entwicklung eigener Fragestellungen anregen.

Begutachtung in der Krise? - Exploration eines systematischen Ansatzes für die Wissenschaftsforschung

Selbst- und Fremdsteuerung von Wissenschaft ist in erheblichem Masse auf Begutachtungsprozesse angewiesen, in denen Fachexpert*innen die Qualität von wissenschaftlicher Arbeit im sogenannten Peer Review bewerten. Diese Prozesse sind jedoch vielfältiger Kritik ausgesetzt, die von Überlastung, über Partikularismus, Konservatismus bis zu Ineffizienz reicht. Gleichwohl sind Peer-Review-Verfahren nach wie vor der etablierte Standard für qualitative Bewertungen wissenschaftlicher Leistung. Das Projekt befasst sich mit den vielfältigen Begutachtungsprozessen, die das Wissenschaftssystem auf verschiedenen Ebenen durchziehen und nimmt besonders deren Herausforderungen und Dilemmata in den Blick, um eine systemische Perspektive auf Begutachtung in der Wissenschaft zu entwickeln. Anhand von empirischen Fallstudien erfolgt eine praxeologische Analyse der Bewertungspraktiken, um die Konzeption sowie die Durchführung und den Ablauf der einzelnen Verfahrensschritte zu erfassen. Zentrale Referenzen sind die breite Peer-Review-Forschung sowie die aktuellen Arbeiten im Rahmen der Sociology of valuation, und vorangegangene Studie des DZHW und iFQs (http://www.dzhw.eu/abteilungen/system/projekte). Ziel des Projektes ist eine systematische Verfahrensanalyse von Begutachtungsprozessen in der Wissenschaft, um relevante Parameter zur Differenzierung und Typologisierung von Bewertungsverfahren herauszuarbeiten. In einer vergleichenden Analyse der Evaluationsverfahren werden dabei systematische Zusammenhänge und Anschlüsse verschiedener Verfahrensschritte ergründet, die für die Funktionstüchtigkeit des Begutachtungssystems in der Wissenschaft entscheidend sind.

Publikationen

Hesselmann, F., Schendzielorz, C. (i. Ersch.). Exploring evaluations as value-measurement links, In: Andrea M. Brighenti (Ed.): Theorising Measures, Rankings and Metrics, Special Issue for Social Science Information.

Schendzielorz, C (i. Ersch.): Selbstpositivierung als Selbstverhältnis des optimierten Selbst?, In: Marcel Eulenbach; Thorsten Fuchs, Reihe: Übergangs- und Bewältigungsforschung,Weinheim, Beltz Juventa.

Hendriks, B., Schendzielorz, C., & Reinhart, M. (2018).

Förderung und Evaluation der Forschung in den Lebenswissenschaften in der Schweiz – eine Interviewstudie. In: The growth of science: Auswirkungen für die Forschungsevaluation und -förderung in der Schweiz. Politische Analyse und Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrates SWR. Empirische Untersuchung von B. Hendriks, M. Reinhart und C. Schendzielorz, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Berlin. Politische Analyse 2/2018. Berlin: Schweizer Wissenschaftsrat. ISBN 978-3-906113-56-2

Schendzielorz, C., Hoffmeister, A., & Marguin (2018), S. Feldnotizen 2.0. Digitalität in der ethnographischen Beobachtungspraxis. Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert. Neue Forschungsgegenstände und Methoden, Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) (Sonderband 3)

Schendzielorz, C., & Marguin, S. (2018). Der kollektive Künstler. In Thomas Alkemeyer. Ulrich Bröckling, Tobias Peter (Hrsg.), Jenseits der Person. Zur Subjektivierung von Kollektiven. Bielefeld: Transcript.

Schendzielorz, C. (2017). Berufliche Soft Skill Trainings: Aushandlungsraum einer sozial akzeptablen Subjektivität. Weinheim: Beltz Juventa.

Schendzielorz, C., Schmidt, L., & Acquatella, J. (2016). Workshop-Bericht: Praktiken der Subjektivierung in der Bildungs-Arbeit. Genealogie - Diskurs - Dispositiv. Zeitschrift für Diskursforschung, 4. Jg, H. 2 196-201. Weinheim: Beltz Juventa.

Schendzielorz, C. (2016). Rezension von Glauser, Laura (2016): Das Projekt des unternehmerischen Selbst. Eine Feldforschung in der Coachingzone. Bielefeld: Transcript.

Schendzielorz, Cornelia (2015): Subjektivierung in Soft Skill Trainings die performative Kraft des Wissens, In: Agnes Dietzen, Justin J. W. Powell, Anke Bahl, Lorenz Lassnigg (Hrsg.): Soziale Inwertsetzung von Wissen, Erfahrung und Kompetenz in der Berufsbildung, Reihe: Bildungssoziologische Beiträge, Weinheim, Beltz Juventa, S. 372-390.

Schendzielorz, Cornelia (2014)(mit Dr. Olivier Voirol): Gehaltloser Erfolg. Die Bewertungskultur der Ungewissheit in den Casting-Shows, In: Leviathan Sonderband 29, 2014, Denis Hänzi, Hildegard Matthies, Dagmar Simon (Hrsg.): Erfolg. Konstellationen und Paradoxien einer gesellschaftlichen Leitorientierung, S. 160-175.

Schendzielorz, Cornelia (2014) (mit Dr. Olivier Voirol): Verpflichtet auf Erfolg – verdammt zum Scheitern. Selbstbewertung in Casting-Shows, In:  René John, Antonia Langhof (Hrsg.): Scheitern – ein Desiderat der Moderne? Wiesbaden, Springer VS-Verlag, S. 25-46.

Schendzielorz, Cornelia (2011): Anerkennung im Sprechen. Eine theoretische und empirische Analyse der sozialen Dimension des Sprechens (Magisterarbeit): online veröffentlicht vom Bundesinstitut für Berufsbildung http://www.bibb.de/dokumente/pdf/Mag_Schendzielorz.pdf


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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