Prof. Dr. Elisabeth Décultot | Assoziierte Forscherin

Ehemaliges Mitglied
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: elisabeth.decultot  ( at )  germanistik.uni-halle.de Tel: (+49) 030 / 2093 / 70723

Mutterinstitut : Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) | Position : Directrice de recherche (CNRS) | Fachbereich : Literaturwissenschaft |

Biographie

Elisabeth Décultot ist seit 1996 als „Chargée de recherche“ und seit 2005 als „Directrice de recherche“ im Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) tätig, wo sie in der Forschungsgruppe „Pays germaniques. Transferts culturels“ arbeitete, bevor sie von 2009 bis 2011 Mitglied des Centre Marc Bloch wurde. Seit 2011 arbeitet sie im "Centre Georg Simmel" (CNRS-EHESS, Paris, http://centregeorgsimmel.ehess.fr/elisabeth-decultot/). Nach ihrem Germanistik-Studium in Paris und in Deutschland (Ecole Normale Supérieure, FU Berlin, Universität Göttingen) hat sie 1995 über die Kunstkritik in der deutschen Romantik promoviert und sich 2004 im Bereich der Ästhetik habilitiert. Sie war Alexander-von-Humboldt-Stipendiatin, „visiting scholar“ im Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin) und hatte 2007-2008 eine Gastprofessur an der Universität Augsburg inne. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Geschichte der Kunsttheorie und der Ästhetik im 18.-19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung des europäischen Wissenstransfers.
Publiziert hat sie insbesondere zu Johann Joachim Winckelmann und der Entstehung der Kunstgeschichtsschreibung (2000, 2006, 2010), zum Kunstdiskurs der Aufklärung (2006) und zur Entstehung der Ästhetik als philosophische Wissenschaft in Deutschland und Frankreich (2002). 2010-2011 war sie Kuratorin der Ausstellung „Musées de papier. L'Antiquité en livres, 1600-1800“ im Louvre (25. September 2010-3. Januar 2011).
Zusammen mit Prof. Dr. Gerhard Lauer (Universität Göttingen) hat sie zwischen 2009 und 2013 das Programm „Ästhetik. Geschichte eines deutsch-französischen Ideentransfers (1750-1810)“/„Esthétique. Histoire d'un transfert franco-allemand (1750-1810)“ koordiniert, das von der DFG und der Agence Nationale de la Recherche (ANR) unterstützt wurde.

Lebenslauf als Datei
Forschungsthema

— Deutsch-französische Kulturtransfers im Bereich der Kunsttheorie und -geschichte
— Geschichte der Kunstgeschichtsschreibung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
— Methodologie der Transferforschung

Projekte

Deutsch-französisches Forschungsprojekt (DFG-ANR, 2009-2013)

Ästhetik. Geschichte eines deutsch-französischen Ideentransfers (1750-1810)

Projektleiter: Élisabeth Décultot, Directrice de Recherche im Centre National de la Recherche Scientifique, Centre Marc Bloch, Berlin ; Prof. Dr. Gerhard Lauer, Universität Göttingen.
Link : http://www.aesthetik.uni-goettingen.de

Ob sie nun aus Deutschland, Frankreich oder den angelsächsischen Ländern stammen: die seit dem 19. Jahrhundert verfassten Geschichten der Ästhetik weisen in den allermeisten Fällen eine gemeinsame Eigenschaft auf: ihre nationale Segmentierung. Die Berührungspunkte zwischen den Ländern, die Zahnräder, die den Kontakt sicherstellen, befinden sich, wenn sie denn überhaupt erwähnt werden, im Allgemeinen am äußeren Rand des Forschungsfeldes. Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes war es, diese nationale Vorstellung einer Geschichte der Ästhetik kritisch zu hinterfragen und den europäischen Zusammenhang der Ästhetikgeschichte neu zu rekonstruieren. Das Projekt war auf die Frage zugeschnitten, wie der Austausch der Kunsttheorien des 18. Jahrhunderts zwischen Deutschland und Frankreich verlaufen ist.
Um dieses Ziel zu erreichen, konzentrierte sich das Projekt auf zwei Bereiche des Austausches. Einerseits befasste es sich historisch mit der Rezeption der deutschen Ästhetik in Frankreich zwischen 1750 und 1810 und fokussierte dabei auf die sehr zurückhaltende Aufnahme von Baumgartens, Mendelssohns, Sulzers oder Kants Schriften zur Ästhetik durch das französische Publikum. Diese erste historische Annäherung wurde durch eine zweite vervollständigt, die sich im Gegenzug der Rezeption französischer Kunsttheoriker (wie Batteux oder Du Bos) zwischen 1750 und 1810 in Deutschland widmete. Die ideengeschichtliche Rekonstruktion dieses Wechseltausches war in diesem Projekt auch mit der Untersuchung der sozialen und religiösen Rahmenbedingungen hinterlegt, insbesondere der verschiedenen pietistischen Strömungen in Frankreich und Deutschland. Mit der Untersuchung der französischen Rezeption der deutschen Ästhetik bzw. umgekehrt der deutschen Rezeption der französischen Kunsttheorien konnten einige Aspekte des europäischen Wissenstransfers besser verstanden werden.
Das vierjährige Programm (Ende 2009-Ende 2013), das unter anderem die Organisation von Tagungen und Workshops sowie mehrere Publikationen umfasste, wurde durch die französische Agence Nationale de la Recherche und die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Förderprogramms für gemeinsame deutsch-französische Forschungsprojekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften finanziert.

Organisation von Veranstaltungen

20.-22. September 2012
Organisation der Tagung : „Genuß bei Rousseau“, Centre Marc Bloch und Humboldt Universität, Berlin, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Helmut Pfeiffer (Humboldt Universität) und Dr. Vanesa de Senarclens (Humboldt Universität) (Publikation ist geplant).

19.-20. April 2012
Organisation der Tagung : „Herder und die Künste : Ästhetik, Kunsttheorie, Kunstgeschichte“ („Herder et les arts : esthétique, théorie et histoire“, Centre Marc Bloch, Berlin, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Lauer, Universität Göttingen (wird 2013 zusammen mit den Beiträgen der Tagung vom 16.-17. Juni 2011 im Carl Winter Verlag veröffentlicht)

16.-17. Juni 2011
Organisation der Tagung „Der kunsttheoretische Diskurs über die Skulptur im 18. Jahrhundert : Gegenstände, Probleme, Auseinandersetzungen“/„Le discours sur la sculpture au XVIIIe siècle : enjeux et débats“, Centre allemand d'histoire de l'art, Paris, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Lauer, Universität Göttingen (wird 2013 zusammen mit den Beiträgen der Tagung vom 19.-20. April 2012 im Carl Winter Verlag veröffentlicht)

Sept. 2010-Jan. 2011
Organisation der Ausstellung „Musées de papier. L'Antiquité en livres, 1600-1800“ im Musée du Louvre (25. September 2010-3. Januar 2011). Katalog : „Musées de papier. L'Antiquité en livres“, 1600-1800, hg. von É. Décultot, Paris, Éditions du Musée du Louvre/Gourcuff-Gradenigo, 2010, 168 p. (vgl. Publikationsliste).

6.-8. Okt. 2010
Organisation der Tagung : „Die Kunst und das Empfindungsvermögen. Zur Genealogie der künstlerischen Kognition in der französischen und deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts“/„L'art et la faculté de sentir. Enquête sur une généalogie de la cognition artistique dans l'esthétique française et allemande, 1730-1800“, Centre Marc Bloch, Berlin (wurde 2012 im Carl Winter Verlag unter dem Titel „Kunst und Empfindung“ veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

2009-2010
Organisation des Forschungsseminars : „Der Diskurs über die Kunst im europäischen Kontext: Zirkulation, Rezeption, Adaption, Transfers“/„Le discours sur l'art en Europe. Circulation, réception, adaptation, transferts“, Centre Marc Bloch, Berlin, zusammen mit Pascal Dubourg-Glatigny.

2006-2008
(in Zusammenarbeit mit Dr. Gilbert Hess, Universität Göttingen und Prof. Dr. Elena Agazzi, Università di Bergamo)
Organisation von drei trilateralen deutsch-italienisch-französischen Forschungskonferenzen an der Villa Vigoni, Menaggio/Como (Italien) zum Thema : „Klassizistisch-romantische Kunst(t)räume. Imaginationen im Europa des 19. Jahrhunderts und ihr Beitrag zur kulturellen Identitätsfindung“ (1. Treffen zum Thema „Der europäische Philhellenismus“, 30.11. bis 03.12.2006 ; 2. Treffen zum Thema „Raffael im 19. Jahrhundert“, 03.12 bis 06. 12 2007 ; 3. Treffen zum Thema „Orientalismus im 19. Jahrhundert“, 31. 08-03.09 2008). Die Beiträge zur ersten Tagung sind 2009 bei De Gruyter in Berlin unter dem Titel : „Graecomania“ erschienen ; Die Beiträge der zweiten Tagung sind 2011 bei De Gruyter unter dem Titel : „Raffael als Paradigma“ erschienen (vgl. Publikationsliste). Die Beiträge der dritten Tagung werden bei dem selben Verleger erscheinen.

19.-20. Jan. 2007
(in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Michel Espagne und Dr. François-René Martin)
Organisation der Tagung „Un réseau européen de l'art au XVIIIe siècle : Jean-Georges Wille (1715-1808) et son milieu“, École Normale Supérieure und École du Louvre (wurde 2009 veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

30. Sept.-1. Okt. 2005
(in Zusammenarbeit mit Dr. Stefanie Buchenau, Universität Paris 8)
Organisation der Tagung „Esthétiques de l’Aufklärung (1720-1780)“, École Normale Supérieure, Paris (wurde 2006 veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

2004-2007
(in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Michel Espagne)
Organisation des Forschungsseminars „Transferts culturels“, École Normale Supérieure, Paris.

15.-16. März 2002
Organisation der Tagung „Lire au XVIIIe siècle. Les écrivains et leur bibliothèque manuscrite“, École Normale Supérieure, Paris (wurde 2003 veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

29.-30. April 2002
(in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jacques Le Rider und Prof. Dr. François Queyrel, EPHE)
Organisation der Tagung „Laocoon. Histoire et réception“, Institut Historique Allemand, École Normale Supérieure und EPHE, Paris (wurde 2003 veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

2000-2003
Leitung des Forschungsseminars über „Die kunsttheoretischen Ideentransfers zwischen Deutschland und Frankreich im 18. und 19. Jahrhundert“, École Normale Supérieure und EPHE, Paris.

1999-2001
Betreuung einer vom CNRS finanzierten Nachwuchsgruppe („Jeune équipe“) zum Thema „Histoire croisée du discours sur l'art. France-Allemagne, 1750-1920“.

11.-12. Dez. 1998
Organisation der Tagung „L'histoire de l'histoire de l'art entre la France et l'Allemagne“, Heine-Haus und École Normale Supérieure, Paris (wurde 2000 veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

10.-11. Mai 1996
(in Zusammenarbeit mit Dr. Christian Helmreich, Universität Paris 8)
Organisation der Tagung „Lectures du paysage en Allemagne et en France autour de 1800“, École Normale Supérieure, Paris (wurde 1997 veröffentlicht, vgl. Publikationsliste).

Verschiedenes

— Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des „Musée du Louvre“
— Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Vorstands des Zentrums für Klassik-Forschung (Klassik Stiftung Weimar)
— Mitglied der Vergabekommission der Herzog-Ernst-Stipendien der Thyssen Stiftung an der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt-Gotha

Aktivitäten

— Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift „Arbitrium“ (hg. von W. Harms, P. Strohschneider und F. Vollhardt, Niemeyer-Verlag, Tübingen)
— Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift „Classical Receptions Journal“ (hg. von Lorna Hardwick, Oxford University Press)
— Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Internet-Zeitschrift „Journal of Art Historiography“ (hg. von Richard Woodfield, University of Glasgow)


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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