Dr. Laure de Verdalle | Forscherin

Kritisches Denken im Plural. Begriffliche Wege der Sozialforschung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
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Mutterinstitut : CNRS | Position : Forscherin (CNRS) | Fachbereich : Soziologie |

Biographie

Laure de Verdalle ist Soziologin am CNRS seit 2005. Bis 2018 war sie im Laboratoire Printemps tätig, als Forscherin und zwischen 2013 und 2018 als stellvertretende Direktorin. Seit September 2018 ist sie CNRS-Forscherin am Centre Marc Bloch.

Lebenslauf als Datei
Forschungsthema

Laure de Verdalle verteidigte 2003 eine Dissertation über die Transformationen der ostdeutschen Theaterwelt nach der Wiedervereinigung. Diese Arbeit wurde auf französich veröffentlicht : Le théâtre en transition. De la RDA aux nouveaux Länder, Paris, Hrsg. der MSH, Dialogiques, 2006.

Sie  führte dann verschiedene Forschungsprokekte über die Kunstwelten und interessierte sich vor allem für die Film-Industrie. Sie dirigierte, zusammen mit G. Rot, ein Buch über die Arbeit in den verschiedenen Phasen der Kinofilm-Produktion (Le cinéma. Travail et organisation, Paris, La Dispute, 2013). Sie verfasste dann ihre Habilitation (2017) über die Koordinierung der künstlerischen Projekte durch ein Vergleich zwischen den Rollen von Filmproduzenten und Administratoren für darstellende Kunst.

Gleichzeitig hat sie seit 2009 an einem Forschungsprojekt teilgenommen, das darauf abzielt, die Repräsentationen und Kategorisierungen der sozialen und beruflichen Welt zu analysieren. Während ihrem Aufenthalt im Centre Marc Bloch wird sie weiter über dieses Projekt arbeiten und ein Deutsch-Französisches Vergleich entwickeln.

Wissenschaftliche Kategorien und tägliche Repräsentationen des Sozialraums in Frankreich und Deutschland

Dieses Projekt schlägt vor, die Kategorisierungsformen des Sozialraums auf drei Ebenen zu analysieren: die der amtlichen Statistik, die der Akteure aus der akademischen Welt und die der "Laien", die keine Spezialisten der Sozialwissenschaften sind. Die Verbindungen zwischen diesen drei Ebenen sind von einem nationalen Raum zum anderen heterogen, und die deutschen und französischen Fälle bieten in dieser Hinsicht unterschiedliche Eigenschaften, die aus der Perspektive einer internationalen Vergleich interessant sind.

Zum Beispiel kann man in Frankreich eine Situation beschreiben, in der die Beziehungen zwischen der Welt der öffentlichen Statistik und der Welt der akademischen Forschung ziemlich eng sind (französische Soziologen benützen häufig die statistischen Nomenklaturen und nehmen an ihrer Entwicklung teil). Im Deutschland ist die Situation ganz anders, wie  A. Pfeuffer und F. Schultheis (2002) bereits festgestellt hatten. Diese beide Autoren bedauerten, dass sowohl die Statistik als auch die deutsche Soziologie nur eine "nivellierte Sicht" auf den Sozialraum liefern. Wenn wir davon ausgehen, dass die von der amtlichen Statistik vorgeschlagene soziale Gestaltung einen Einfluss auf die gewöhnlichen oder laien Darstellungen der sozialen Welt und auf die Konsistenz der so definierten sozialen Gruppen hat, sollte die Schwäche der offiziellen und wissenschaftlichen Kategorisierungen in Deutschland von einer euphemistischen Vision des sozialen Raums begleitet werden. Umso wichtiger scheint es, diese Überlegungen heute aufzunehmen, da die Hypothese einer "Rückkehr der sozialen Schichten" von französischen Soziologen aufgestellt wird (Chauvel, 2001; Lebaron, 2012), während in Deutschland verschiedene Autoren die zunehmende Erosion des Sozialschutzes beschreiben(Schultheis, Vogel, Gemperle, 2010) und die Spannungen hinterfragen, die die "Mittelschichten" durchdringen (Vogel, 2009).

Das Projekt mobilisiert unterschiedliche empirische Methoden. Um die Formen der statistischen und akademischen Kategorisierung zu verstehen, werden Interviews mit den betroffenen Akteuren durchgeführt und verschiedene dokumentarische Quellen analysiert (statistische Produktion und Berichte, Korpus wissenschaftlicher Artikel usw.). Die wichtigste methodologische Frage betrifft die gewöhnlichen oder laien Formen der Kategorisierung des Sozialraums. Eine experimentelle Methode (Boltanski und Thévenot, 1983) wird implementiert. Sie wurde bereits in Frankreich und in einem ersten europäischen Vergleichsansatz verwendet (Deauvieau et al., 2014; Hugrée und de Verdalle, 2015; de Verdalle et al., 2017). Sie umfasst eine Reihe von Karten, von denen jede eine Persone repräsentiert, die durch verschiedene Merkmalen (Alter, Geschlecht, Beruf, Tätigkeitsbereich, Ausbildung, Beschäftigungsstatus) identifiziert wurde. Mit diesen Karten müssen die Befragten Gruppen nach "gleichwertigen sozialen Positionen" bilden, was dazu beitragen wird, in den beiden Ländern die Klassifizierungslogik und Spielweise zu beobachten und zu analysieren.

 

 

 

 

 

 

Publikationen

Monographie

Le théâtre en transition. De la RDA aux nouveaux Länder, Paris, éditions de la MSH, collection Dialogiques, 2006.

Editerte Bücher / Zeitschriften

Le cinéma. Travail et organisation (codirigé avec Gwenaëlle Rot), Paris, La Dispute, 2013.

« Ce que comparer veut dire » (codirigé avec Thomas Le Bianic et Cécile Vigour), Terrains et travaux, n. 21, 2012.

« Dynamiques du genre » (codirigé avec Anne Revillard), Terrains et travaux, n. 10, 2006.

« Image(s) des sciences sociales » (codirigé avec Liora Israël), Terrains et travaux, n. 3, 2002.

Artikel in Fachzeitschriften (seit Januar 2014)

« Survivre à son premier film. Les carrières des cinéastes face à la segmentation de l’espace cinématographique français dans les années 2000 » (mit Karim Hammou, Audrey Mariette, und Nicolas Robette), Sociologie, (Ende 2019).

« Les mots pour (ne pas) le dire. L’expression des différences et des hiérarchies sociales » (mit Cédric Hugrée), L’Année sociologique, vol. 69/2, 2019.

« Faire carrière avec des artistes en jouant sur la stabilité des relations de travail : Les « carrières couplées » dans le cinéma et le spectacle vivant », Temporalités, 2018/1. 

 « Les logiques ordinaires de catégorisation de l’espace socioprofessionnel. Une comparaison Allemagne, Espagne, France » (mit Jérôme Deauvieau und Alexandra Filhon), Actes de la Recherche en Sciences Sociales, n. 219, 2017.

« European classification project : An assessment of national variations in the perception of social space » (mit Alexandra Filhon, Jérôme Deauvieau et al.), Comparative Sociology, vol. 15, issue 3, 2016.

« La compagnie Décor Sonore. Vers une transfiguration théâtralisée des objets par les sonorités » (mit Daniel Urrutiaguer), L’annuaire théâtral, 56-57, 2015.

« Incontournables statuts ? Fonctionnaires et indépendants à l’épreuve des catégorisations ordinaires du monde social » (mit Cédric Hugrée), Sociologie du travail, vol. 57, n. 2, 2015.

Artikel in Büchern (seit Januar 2014)

« Projets de films (Etats-Unis et France, second XXième siècle », in Martin Giraudeau et Frédéric Graber (dir), Les projets. Une histoire politique (17ième – 21ième siècle), Paris, Presses Universitaires des Mines, 2018.

« Overlapping Temporalities in Project-Based Work : The Case of Independent Producers in the French Movie Industry », in Denise Bielby et Violaine Roussel (dir.), Invisible Hands in Cultural Markets, Lexington Books, 2015.

« Le double travail du producteur cinématographique », in Laurent Jeanpierre et Olivier Roueff (dir.), La culture et ses intermédiaires. Dans les arts, le numérique et les industries créatives, Paris, Éditions des Archives Contemporaines, 2014.

« Construire la confiance autour d’un projet de film. Le rôle des producteurs indépendants », in Wenceslas Lizé, Delphine Naudier, Séverine Sofio (dir.), Les stratèges de la notoriété. Intermédiaires et consécration dans les univers artistiques, Paris, Éditions des Archives Contemporaines, 2014.

« Pratiques d’ajustement face aux pénuries en Allemagne de l’Est » (mit Agnès Labrousse), in Pierre Fournier, Cédric Lomba, Séverin Muller (dir.), Les travailleurs du médicament, Paris, Erès, 2014.

« Le choc de la réunification et la fragilisation du système théâtral est-allemand dans les années 1990 », in Didier Plassard (dir.), Mises en scène d’Allemagne, de 1968 à nos jours, Paris, CNRS éditions, 2014.

Publikationen als PDF

An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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