Sarah Carlotta Hechler | Doktorandin

Kritisches Denken im Plural. Begriffliche Wege der Sozialforschung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: sarah.hechler  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700

Mutterinstitut : Freie Universität Berlin | Position : Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Doktorandin) | Fachbereich : Literaturwissenschaft |

Biographie

Sarah Carlotta Hechler ist seit Juni 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre Marc Bloch und promoviert in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Sie studierte zunächst Politikwissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Auslandsaufenthalten an der Sciences Po Paris und der Venice International University. Im Anschluss daran absolvierte sie von 2016 bis 2018 mit einem DAAD-Stipendium ihren Master im Bereich Théories et pratiques du langage et des arts an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris. In ihrer Masterarbeit erforschte sie das Verhältnis von individueller Erinnerung und kollektivem Gedächtnis in der „unpersönlichen Autobiographie“ Les Années von Annie Ernaux. 

Titel der Dissertation

Das Selbst im Spiegel der Welt: autoethnographische und autosoziobiographische/-analytische Ansätze bei Édouard Glissant, Michel Leiris, Annie Ernaux und Pierre Bourdieu

Institution der Dissertation

Freie Universität Berlin

Betreuer

Prof. Dr. Irene Albers

Das Selbst im Spiegel der Welt: autoethnographische und autosoziobiographische/-analytische Ansätze bei Édouard Glissant, Michel Leiris, Annie Ernaux und Pierre Bourdieu

Das Promotionsprojekt hat die Untersuchung autoethnographischer und autosoziobiographischer/-analytischer Ansätze bei Édouard Glissant, Michel Leiris, Annie Ernaux und Pierre Bourdieu zum Gegenstand. Sowohl Glissant als auch Ernaux bezeichnen sich in einem ihrer literarischen Texte als „Selbstethnologe/-in“, was im Kontext ihrer Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlichen Diskursen zu lesen ist. Bei Glissant war hier v.a. die Beschäftigung mit Leiris’ Ethnographie ausschlaggebend. Für Ernaux stellte wiederum die Lektüre der Soziologie Bourdieus ein entscheidendes Inspirationsmoment dar.

Es stellt sich die Frage, wie sich das Verhältnis von Literatur und Sozialwissenschaften in Bezug auf autoethnographische und autosoziobiographische Texte beschreiben lässt. Handelt es sich bei diesen um Hybridformen aus Autobiographie und Ethnographie bzw. Soziologie? Wie verhält sich hierzu die Trennung literarischen und sozialwissenschaftlichen Schreibens bei Leiris und Bourdieu? Denn Leiris weist für seine Autobiographie La Règle du jeu die Bezeichnung der „Autoethnographie“ zurück und Bourdieu grenzt seine Esquisse pour une auto-analyse explizit von einer Autobiographie ab. Ausgangspunkt des Projekts ist es, autoethnographische und autosoziobiographische Ansätze wie die Glissants und Ernaux’ als Methode einer Literatur, welche das Selbst im Weltzusammenhang reflektiert, zu denken. Das Projekt situiert sich dabei im Kontext der Tendenz hybrider Formen zwischen Literatur und Sozialwissenschaften in Frankreich ab den 1980er Jahren sowie vor dem Hintergrund des ambivalenten Verhältnisses von (post-)kolonialer Literatur und Ethnologie in frankophonen Texten ab den 1950er Jahren.