Dr. Claire Demesmay | Assoziierte Forscherin

Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: demesmay  ( at )  dgap.org Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700

Mutterinstitut : Office franco-allemand pour la Jeunesse (OFAJ) | Position : Assoziierte Forscherin im CMB | Fachbereich : Politikwissenschaft |

Biographie

Claire Demesmay ist assoziierte Forscherin im CMB und leitet das Referat für interkulturelle Aus- und Weiterbildung des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Berlin. Sie hat folgende Forschungsschwerpunkte:

  • Deutsch-französische Zusammenarbeit
  • Europapolitik Frankreichs und Deutschlands
  • Rolle der Zivilgesellschaft in den internationalen Beziehungen
  • Identitäten sozialer Akteure

Université Paris-Sorbonne – Paris IV und des Frankreich-Zentrums der TU Berlin zum Thema „Politischer Liberalismus angesichts der Zukunft der Nationalstaaten“ promoviert und davor an den Universitäten in Dijon und Paris IV ein Studium der politischen Philosophie abgeschlossen. In den Jahren 1998–2002 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Frankreichstudien und Frankophonie an der TU Dresden und anschließend im Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) des Institut français des relations internationales (Ifri) in Paris beschäftigt (2002-2009). Zwischen 2009 und 2021 leitete sie das Programm Frankreich/deutsch-französische Beziehungen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Zuletzt veröffentlichte sie:

  • Franco-German Relations seen from Abroad: Post-war Reconciliation in International Perspectives (Springer 2020 – Hrsg., mit N. Colin)
  • Idées reçues sur l’Allemagne – Un modèle en question (Le cavalier bleu 2018)
  • Frankreich und Deutschland – Bilder, Stereotype, Spiegelungen. Die Wahrnehmung des Nachbarn in Zeiten der Krise (Nomos 2016 – mit C. Pütz und H. Stark). 

Sie wurde 2013 zum „Chevalier dans l’Ordre des Palmes Académiques“ vom französischen Bildungsministerium ernannt und erhielt 2016 den deutsch-französischen Parlamentarierpreis für ihr Buch Que reste-t-il du couple franco-allemand? (mit C. Calla).

Identitäten, Repräsentationen und intergenerationale Transfers in deutsch-französischen Familien

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, Sprachpraktiken, Identitäten und Repräsentationen in zwei- und mehrsprachigen Familien zu untersuchen. Ziel dabei ist es, deren Artikulation sowie die unterschiedlichen Identitäten, in denen sich die Mitglieder dieser Familien wiedererkennen und/oder die sie für sich beanspruchen, zu analysieren, indem der Diskurs dreier Generationen gegenübergestellt wird.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage nach intergenerationalen Transfers in bi-/plurilingualen Familien.  Ziel ist es, die Sprachpraktiken und Identitäten zu untersuchen, die Eltern und Großeltern - bewusst oder unbewusst - an ihre Kinder und Enkelkinder weitergeben, sowie die Repräsentationen von Sprache und Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit, die ihren Einstellungen zugrunde liegen. Darüber hinaus soll ermittelt werden, inwieweit sich Kinder als Erben bestimmter Zwei- bzw. Mehrsprachigkeitspraktiken wahrnehmen und bereit sind, diese selbst fortzuführen oder sogar an ihre eigenen Kinder weiterzugeben.

Über Sprachpraktiken und -strategien hinaus konzentriert sich die Forschung auf die Identitätsrepräsentationen von Mitgliedern bi-/plurilingualer Familien und deren Interaktionen: Inwieweit drücken die Sprachpraktiken und -strategien von Vertretern der drei Generationen eine bestimmte Zugehörigkeit aus? Von welchen Repräsentationen werden sie beeinflusst? Übernehmen die Kinder die gleiche Art von Identität wie ihre Eltern und Großeltern, und wie übersetzt sich dies in ein bi-/plurilinguales und bi-/plurikulturelles Repertoire?

Dieses Projekt wird dankenswerterweise vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds gefördert.

 

Repräsentationen, Interaktionen und Partizipation von Jugendlichen aus Familien mit Migrationserfahrung

Mit diesem Forschungsprojekt sollen die Auswirkungen von internationalen Begegnungen auf die Repräsentationen, Interaktionen und Partizipation von jungen Europäern aus Familien mit Migrationserfahrung untersucht werden. Die Forschung basiert auf qualitativer Forschung, gestützt auf eine Reihe von soziobiographischen Interviews mit jungen Menschen, die an internationalen Begegnungen teilnehmen.

Eines der Ziele des Projekts ist es, die verschiedenen Identitäten, in denen sich die sozialen Akteure wiedererkennen und/oder für sich beanspruchen, ihre Artikulation und den Prozess der Identitätsbildung im Kontext des Austauschs mit Jugendlichen aus dem Nachbarland zu untersuchen. Darüber hinaus möchten wir erforschen, wie sich dieser Austausch auf den Erwerb von Kompetenzen auswirkt und die soziale Teilhabe der Jugendlichen beeinflusst.

Mit freundlicher Förderung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW)
Projektdarstellung auf der DFJW-Seite: https://www.dfjw.org/forschung-und-evaluierung/reprasentationen-interaktionen-und-soziale-partizipation-repaje.html

Publikationen

Publikationen (Auswahl)

Monographien

Idées reçues sur l’Allemagne. Un modèle en question. Paris, Le Cavalier bleu 2018.

Que reste-t-il du couple franco-allemand ? Paris, La Documentation française 2013 [mit C. Calla].

Herausgaberschaft

Franco-German Relations seen from Abroad: Post-war Reconciliation in International Perspectives. Heidelberg, Springer 2020 [mit N. Colin]

Sustaining Multilateralism in a Multipolar World. What France and Germany Can Do to Preserve the Multilateral OrderNotes de l’Ifri/Notes du Cerfa 148, Juni 2019, 32 S. [mit B. Kunz].

Vorteilhafte Verschiedenheit: Zeit für gemeinsame außenpolitische Initiativen von Frankreich und Deutschland. DGAPkompakt Nr. 9, April 2018, 18 S.

Bilder, Stereotype, Spiegelungen. Wahrnehmung des Nachbarn in Zeiten der Krise. Baden-Baden, Nomos 2016, 244 S. [mit C. Pütz & H. Stark].

France-Allemagne par images interposées. Dossier für Allemagne d’aujourd’hui 214, Oktober-Dezember 2015 [mit H. Stark].

Die Konsenswerkstatt. Deutsch-französische Kommunikations- und Entscheidungsprozesse in der Europapolitik. Baden-Baden, Nomos 2013 [mit M. Koopmann & J. Thorel].

Buchkapitel und Artikel in Zeitschriften

Wahrnehmung der deutschen Europapolitik aus einer französischen Perspektive. In: Katrin Böttger & Mathias Jopp (Hrsg.), Handbuch zur deutschen Europapolitik, Baden-Baden, Nomos 2020.

Frankreichs Ziele für Europas Sicherheit. In: Dan Krause (Hrsg.), Europäische Sicherheit. Die EU auf dem Weg zu strategischer Autonomie und Europäischer Verteidigungsunion?, Leverkusen, Verlag Barbara Budrich, 2020.

Capitaine dans la tempête : défis et enjeux de la présidence allemande du Conseil de l’UE, Notes de l’Ifri/Notes du Cerfa 153, Juli 2020, 23 S.

Les défis du leadership allemand : Nouveaux équilibres géopolitiques et constance du choix européen. Hérodote. Revue de géographie et de géopolitique 175, 2019, S. 55-67. [mit A. Marchetti]

Für Frankreich und Europa. Internationale Politik 6, November/Dezember 2019, S. 62-65.

Westafrikapolitik: Wie die deutsch-französische Zusammenarbeit gelingen kann. In: Deutsch-Französisches Institut (Hrsg.), Frankreich Jahrbuch 2019. Der Aachener Vertrag und das Deutsch-Französische Abkommen, Wiesbaden, Springer VS 2019, S. 91-109 [mit Michael Staack].

Une difficile convergence : la coopération franco-allemande durant la crise des réfugiés. In: Annuaire français de relations internationales, vol. XXI, Paris 2018.

Worte und Weltbilder: Außenpolitik und Sprache im Wahlkampf von Emmanuel Macron und Marine Le Pen. In: Deutsch-französisches Institut (Hrsg.), Frankreich Jahrbuch 2017. Sprache und Politik im Wahlkampf, Wiesbaden, Springer VS 2018, S. 61-80 [mit S. Ruß-Sattar].

A Spring Abroad: Exploring the Case of Tunisian Diasporas in Europe. In: K. Scott Parker et Tony E. Nasrallah (Hrsg.), Middle Eastern Minorities and the Arab Spring. Piscataway NJ, Gorgias Press LLC 2017, S. 277–306 [mit S. Ruß-Sattar & K. Sold].