Dr. Gabriel Bartl | Forscher

Staat, Recht und politischer Konflikt
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: gabriel.bartl  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700

Mutterinstitut : Centre Marc Bloch | Position : Projektleiter "Multiple Crises. Covid-19 and the Entanglements of Public Health, Security and Ecology in Europe" | Fachbereich : Soziologie |

Biographie

AKADEMISCHE LAUFBAHN

  • Seit 09/2021: Postdoktorand und Projektleiter im Forschungsprojekt „Multiple Crises. Covid-19 and the Entanglements of Public Health, Security and Ecology in Europe” am Centre Marc Bloch

  • 04/2018 – 12/2020: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Urbanistik im BMBF-Forschungsprojekt „Sicherheit und Vielfalt in Kommunen“ (DIVERCITY)

  • 06/2015 - 05/2018: Wissenschaftlicher Assistent bei Prof. Dr. Lars Gerhold in der AG Interdisziplinäre Sicherheitsforschung (Freie Universität Berlin)

  • 07/2012 - 09/2015: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsforum Öffentliche Sicherheit (Freie Universität Berlin)

  • 09/2012-08/2014: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Forschungsprojekt „RESILIEN-TECH: Resilience by Design - Strategie für die technologischen Zukunftsthemen“

  • 07/2012 - 9/2015: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Forschungsprojekt SAFEST („Social Area Framework for Early Security Triggers at Airports“

 

STUDIUM

03/2016 – 07/2020: Promotion (Dr. phil.), Thema der Dissertationsschrift: „Sicherheit als soziales Konstrukt. Zum gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit am Beispiel der Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen“

10/2007 – 01/2012: Masterstudiengang „Soziologie – Europäische Gesellschaften“, Freie Universität Berlin

04/2004 – 02/2007: Bachelorstudiengang „European Studies“, Universität Passau

10/2002 – 03/2004: Diplomstudiengang Architektur, Technische Universität München

 

STIPENDIUM

04/2007 – 06/2007: Praktikant bei der Deutschen Botschaft in Nairobi, Kenia (DAAD-Auslandsstipendium)

Forschungsthema

Gabriel Bartl ist Soziologe und hat sich in den letzten Jahren im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte mit dem Phänomen der (Un-)Sicherheit beschäftigt. Seine Arbeit im Bereich der Sicherheitsforschung erstreckte sich dabei über diverse Forschungszweige, wie jenen der Akzeptanz- und Risikowahrnehmungsforschung, der (kritischen) Resilienzforschung, der surveillance studies, der critical security studies oder der science and technology studies. Unter anderem beschäftigte er sich hierbei mit der Frage, welche sozialen Implikationen sich aus dem zu beobachtenden Trend einer zunehmenden Epistemisierung und Technisierung von Sicherheit ergeben. Darüber hinaus hat sich Gabriel Bartl auch mit dem Verhältnis zwischen Informatik und Gesellschaft beschäftigt und am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin gelehrt. In einem Forschungsprojekt, das am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu)angesiedelt war, hat er zudem zu kommunalen Herausforderungen und Strategien beim Umgang mit subjektiven wie objektiven Unsicherheiten in Stadtquartieren gearbeitet. Die Promotion widmete sich im Rahmen einer empirischen Arbeit der Sicherheitsproduktion am Flughafen. Die Dissertation fokussierte auf die Frage, ob und wie sich Formen des Protests  gegen das vermeintliche Argument der Sicherheitserhöhung überhaupt formieren und welche gesellschaftlichen Dynamiken die Wahrscheinlichkeit von Widerstand gegen entsprechende Sicherheitsregime zu untergraben drohen. Am Centre Marc Bloch wirkt er seit September 2021 im Forschungsprojekt „Multiple Crises. Covid-19 and the Entanglements of Public Health, Security and Ecology in Europe” als Projektleiter mit.

 

Titel der Dissertation

Sicherheit als soziales Konstrukt. Zum gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit am Beispiel der Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen

Zusammenfassung der Dissertation

Die Dissertation untersucht den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit am Beispiel der Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen. Dabei wird der spezifische Akzeptanzkontext des Flughafens mit den jeweiligen Ausprägungen von Akzeptanz seitens der Flugpassagiere in Relation gesetzt. Die Opazität und der entgrenzte Charakter der vorrangig technischen Sicherheitsgenerierung am Flughafen begünstigt dabei, neben anderen Faktoren, primär passive Modi der Akzeptanz. Da die Produktion von Sicherheit nicht nur am Flughafen, sondern generell immer stärker technisch umgesetzt wird, stellt sich die Frage, wie sich Formen des Protests gegen das vermeintliche Argument der Sicherheitserhöhung überhaupt formieren können und welche speziellen gesellschaftlichen Dynamiken die Wahrscheinlichkeit von Widerstand gegen entsprechende Sicherheitsregime untergraben. Die Empirie der Studie besteht aus drei Teilen: Neben problemzentrierten Passagierinterviews wurde eine quantitative Untersuchung am Flughafen Berlin Schönefeld durchgeführt, bei der über 1.000 Flugpassagiere befragt werden konnten. Zudem wurden Interviews mit Sicherheitsexperten des Flughafens Schönefeld geführt.

Institution der Dissertation

Bundeswehr Universität München

Betreuer

Prof. Dr. Wolfgang Bonß

Publikationen

Publikationen (Auswahl)

Bartl, G. / Creemers, N. / Floeting, H. (2021). Urbane Sicherheit und gesellschaftliche Vielfalt. Querschnittsthemen kommunaler Zusammenarbeit. In: N. Eschenbruch / S. Kaufmann / P. Zoche (Hrsg.): Vielfältige Sicherheiten. Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung. Münster: LIT Verlag.

Bartl, G. (2020). Sicherheit als soziales Konstrukt. Der gesellschaftliche Umgang mit Unsicherheit am Beispiel der Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen. Dissertationsschrift. Bundeswehr Universität München. URL: http://d-nb.info/1222697432/34

Bartl, G. / Creemers, N. / Floeting, H. (2020). Sicherheit und Vielfalt in der Kommune: Herausforderungen, Maßnahmen und Kooperationen. In: H. Pfeiffer / A. Schröder / M. Verhovnik-Heinze (Hrsg.). Sicherheit in Wohnumfeld und Nachbarschaft aus interdisziplinärer Sicht. Beiträge zur Sicherheitsforschung. Schriftenreihe des Landeskriminalamtes Niedersachsen, S. 225-246. Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft.

Bartl, G. (2020). Implikationen der Technisierung von Sicherheit: Theoretische Perspektiven und forschungsmethodische Herausforderungen. Reihe „Zivile Sicherheit“ – Schriften zum Fachdialog Sicherheitsforschung, S. 125-138. LIT Verlag.

Bartl, G. / Creemers, N. / Floeting, H. (2019). Sicherheit und Vielfalt im Quartier. Herausforderungen für Kommunen und Beispiele aus der Praxis. Difu-Sonderveröffentlichung. URL: https://difu.de/publikationen/2019/sicherheit-und-vielfalt-im-quartier.html

Bartl, G. / Gerhold, L. / Dorner, K. (2018). What Computer Scientists Can Learn from Social Scientists. On the Significance of an Interdisciplinary Research Agenda for Shaping Digitalization and its Social Implications. In: 2018 IEEE International Symposium on Technology in Society (ISTAS) Proceedings. URL: https://ieeexplore.ieee.org/document/8638268

Menski, U. / Bartl, G. /Wahl, S. / Gerhold, L. (2018). Die Resilienz der Bevölkerung in einer Lebensmittelversorgungskrise. In: Jäger, T., Daun, A., Freudenberg, D. (Hrsg.). Politisches Krisenmanagement. Serie „Sicherheit – Interdisziplinäre Perspektiven“, S. 213-229. Wiesbaden: Springer.

Gerhold, L. / Bartl, G./ Haake, N. (2017). Security Culture 2030. How security experts assess the future state of privatization, surveillance, security technologies and risk awareness in Germany. In: Futures. The journal of policy, planning and futures studies, Volume 87, S. 50-64. URL: https://doi.org/10.1016/j.futures.2017.01.005

Bartl, G. (2016). Die subjektive Wahrnehmung und Bewertung von Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen als soziale Reflexion des Verhältnisses zwischen Freiheit und Sicherheit? In: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, April 2016, Volume 9, Issue 2, S. 243-262. URL: https://doi.org/10.1007/s12399-016-0560-6

Bartl, G. / Krieg, S. (2015). Flughafensicherheit aus der Sicht von Experten und Passagieren. Ergebnisse der soziologischen Begleitforschung des Projektes SAFEST. In: Gerhold, L., Jäckel, H., Schiller, J. & S. Steiger (Hrsg.). Ergebnisse interdisziplinärer Risiko- und Sicherheitsforschung. Eine Zwischenbilanz des Forschungsforum Öffentliche Sicherheit. Schriftenreihe Sicherheit, 17, S. 95-124. www.sicherheit-forschung.de/forschungsforum/schriftenreihe_neu/sr_v_v/sr_17.pdf

Bartl, G. / Gerhold, L. / Schiller, J. (2014). Resilienz – Nationale Perspektiven. In: Thoma, K. (Hrsg.). Resilien-Tech. Resilience by Design. Strategie für die technologischen Zukunftsthemen. acatech STUDIE, S. 16–47. Frankfurt/Main. URL: https://www.acatech.de/wp-content/uploads/2018/03/acatech_STUDIE_RT_WEB.pdf

Bartl, G. / Gerhold, L. / Wählisch, M. (2014). Towards a Theoretical Framework of Acceptance for Surveillance Systems at Airports. In: Hiltz, S.R., Pfaff, M.S., Plotnick, L., Shih, P.C. (Hrsg.). Proceedings of the 11th International Conference on Information Systems for Crisis Response and Management (ISCRAM), S. 299-303. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2552915

Bartl, G. / Gerhold, L. (2013). Die Bevölkerung als Adressat der Sicherheitsforschung. Erschienen in: Wolf, K.-D. (Hrsg.). Tagungsband der innosecure 2013, S. 41-48.

Herausgeberschaften

Bartl, G / Creemers, C. / Floeting, H. (2020). Vielfalt und Sicherheit im Quartier. Konflikte, Vertrauen und sozialer Zusammenhalt in europäischen Städten. Difu Impulse, Band 3, 2020.

Zurawski, N. (2015). Technische Innovationen und deren gesellschaftliche Auswirkungen im Kontext von Überwachung. Schriftenreihe Sicherheit Nr. 16, April 2015. Herausgeber: Schiller, J.; Gerhold, L.; Steiger, S.; Bartl, G.; Jäckel, H.  URL: http://www.sicherheit-forschung.de/forschungsforum/schriftenreihe_neu/sr_v_v/sr_16.pdf

 

Vorträge (Auswahl)

Bartl, G. / Grabow, B. / Jossin, J. / Kühl, C. (2020). Nachhaltigkeit: Kein „Weiter so“ nach Corona. Difu-Dialog, 16.09.2020.

Bartl, G. / Wahl, S. (2019). Technisch ist das machbar. Die Ambivalenz von Sicherheitstechnologien und sozialen Medien. 10 Jahre Forschungsforum Öffentliche Sicherheit, 25.11.2019; Einstein Center Digital Future, Berlin.

Bartl, G. (2018). Implikationen der Technisierung von Sicherheit: Theoretische Perspektiven und forschungsmethodische Herausforderungen. Sommerakademie der zivilen Sicherheitsforschung, Bad Pyrmont, 23.-27. Juli 2018.

Bartl, G. (2016). Surveillance and the sub-ject. Examples from the airport. 7th Biennial Surveillance & Society Conference: “Power, performance and trust”, Barcelona, Spanien.

Bartl, Gabriel (2016). Rendezvous mit der digitalen Zukunft: Zwischen Überwachung und Ungehorsam. Nutzen und Nebenwirkungen digitaler Sicherheitstechnik. Interview. Lange Nacht der Wissenschaften 2016. TU Berlin, Audimax

Bartl, G. (2015). The relationship between subjective risk perceptions and attitudes towards security measures at airports. Conference of the European Sociological Association (ESA), Prag, Tschechien.

Bartl, G., Gerhold, L. (2014). Exploring the Acceptance of Security Measures at Airports. 6th Surveillance & Society Conference. 24. April 2014. Barcelona, Spanien.

Bartl, G. (2014). Towards a Theoretical Framework of Acceptance for Surveillance Systems at Airports. 11th ISCRAM Conference, Penn State University, USA.

Bartl, G. (2014). The Explanatory Power of Trust for the Perception of Terrorism in Three Selected Countries. Vortrag auf der Internationalen Tagung „Trust in Times of (In-)Security“. On the Relationship between the Phenomena of Security and Trust”. 5. Juni 2014, Universität Trier.

Schiller, J. / Gerhold, L. / Bartl, G. (2014). Ergebnisse eines nationalen Expertenworkshops im Projekt ResilienTech –‚Resilience by design‘: Strategie für die technologischen Zukunftsthemen. BMBF-Innovationsforum „Zivile Sicherheit“, 7.-9. Mai 2014, Berlin, Café Moskau.

Bartl, G. / Gerhold, L. (2013). Die Bevölkerung als Adressat der Sicherheitsforschung. Innosecure. Kongress mit Ausstellung für Innovationen in den Sicherheitstechnologien. 25. September 2013, Velbert/Heiligenhaus.

Bartl, G. (2013). Subjektive Wahrnehmung und Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen. Triangulation als Instrument zur Erforschung von subjektiven Wahrnehmungen. Berliner Methodentreffen, Posterpräsentation.

Bartl, G. / Wählisch, M. (2013). SAFEST. Social-Area Framework for Early Security Triggers at Airports BMBF-Fachworkshop ‘Sicherheit im Luftverkehr’. 9. Juli 2013, Düsseldorf.