Katrin Herms | Doktorandin

Staat, Recht und politischer Konflikt
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: katrin.herms  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700

Mutterinstitut : EHESS, CNRS/CMB | Position : Doktorandin | Fachbereich : Soziologie |

Biographie

Als Doktorandin des Centre Marc Bloch arbeite ich im Computational Social Sciences Team von Camille Roth an mehreren Fallstudien zu digitalen Teil-Öffentlichkeiten, auch „Echo Kammern“ genannt. Konkret untersuche ich in vergleichender Perspektive, wie in Deutschland und Frankreich polarisierte Internet Communities rund um politische Themen entstehen, sich entwickeln und ggf. gesamtgesellschaftliche Diskurse beeinflussen. Das interdisziplinäre Promotionsprojekt verbindet eine quantitativ geprägte Soziale Netzwerkanalyse mit qualitativ orientierten face-to-face Interviews.

Auf das Phänomen polarisierter Internet Communities wurde ich im Winter 2011/12  aufmerksam, als ich als Journalistik-Studentin der TU Dortmund ein halbes Jahr in Russland verbracht habe und dort die regierungskritische Protestbewegung im Vorfeld der Wahlen verfolgen konnte. In Moskau wie in Sankt Petersburg war zeitgleich zu den Straßenprotesten ein neues Nutzungsverhalten Sozialer Medien, besonders von Facebook und Twitter, zu beobachten. Ich führte Leitfadeninterviews mit TeilnehmerInnen und Beobachtern der russischen Protestbewegung durch und wertete das Material später im Rahmen meiner Bachelorarbeit aus. Zurück in Deutschland wurde deutlich, dass nicht nur linksliberal orientierte Gruppen digitale Medien nutzen, sondern auch rechtspopulistische Bewegungen wie „Pegida“ in Deutschland und nationalistische Parteien wie das „Rassemblement National“ (ehemals Front National) in Frankreich die neuen Kommunikations- und Mobilisierungswege für sich entdeckt hatten. Ausgehend von dieser Beobachtung interessiert mich nach wie vor, wie soziale Dynamiken, beispielsweise Protestverhalten, und Online Kommunikation miteinander korrelieren. Im Rahmen meiner Masterarbeit für den trinationalen Studiengang „Deutsch-Französische Studien: grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“ der Universitäten Metz, Saarbrücken und Luxemburg konzentrierte ich mich auf sprachliche Inhalte aus polarisierten Internet Communities und entwickelte eine Untersuchungsmethode mit qualitativen und quantitativen Ansätzen, um rechtspopulistische Inhalte im Vorfeld der deutschen und französischen Wahlen von 2017 zu untersuchen. Das Korpus umfasst je Akteur 3200 Tweets sowie insgesamt sechs Wochen Facebook-Kommunikation (Posts und Kommentare) aus den Jahren 2015/16. Meine Ergebnisse sind im Jahrbuch des Frankreich-Forums 2017/18 erschienen.

Forschungsthema

Als Doktorandin im Computational Social Sciences Team von Camille Roth arbeite ich an mehreren Fallstudien, um besser zu verstehen, wie polarisierte Online Netzwerke rund um politische Themen entstehen, sich entwickeln und ggf. gesamtgesellschaftliche Diskurse beeinflussen. Das interdisziplinäre Promotionsprojekt verbindet eine Soziale Netzwerkanalyse digitaler Korpora mit face-to-face Interviews. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von (web) Kommunikation und sozialen Dynamiken aus dem rechtspopulistischen Spektrum, wobei mich insbesondere Protestbewegungen und politische Parteien in Deutschland und Frankreich interessieren. Außerdem betrachte ich die mögliche Existenz einer pan-europäischen digitalen Öffentlichkeit.

 

Titel der Dissertation

Online Aktivismus und Echokammern in Deutschland und Frankreich: eine interdisziplinäre Analyse aktueller Polarisierungsprozesse im digitalen öffentlichen Raum.

Institution der Dissertation

EHESS, CNRS/CMB

Betreuer

Daniel Cefaï und Camille Roth