Dr. Ulrike Zeigermann | Assoziierte Forscherin

Staat, Recht und politischer Konflikt
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: zeigermann  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700 or 70707

Mutterinstitut : Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg | Position : Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Fachbereich : Politikwissenschaft |

Biographie

Ulrike Zeigermann ist Politikwissenschaftlerin mit den Forschungsschwerpunkten Global Governance, nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte und Politikfeldanalyse in den Bereichen Sicherheits- und Entwicklungspolitik. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Otto von Guericke Universität Magdeburg arbeitet sie aktuell zum internationalen Transfer von Normen und Wissen im Bereich der interdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Im Rahmen ihrer Forschung war Ulrike Zeigermann zuvor u.a. an der University of Surrey, an der OECD, an der Universität Koblenz-Landau und an der Humboldt Universität zu Berlin tätig.

Von 2015 bis 2017 war Ulrike Zeigermann Co-Leiterin der Forschungsgruppe "Staatliches Handeln und Wissenszirkulation" am Centre Marc Bloch. Seitdem arbeitet sie zum Forschungsschwerpunkt „Krise und Konstitution gesellschaftlicher Ordnungen“ des CMB und befasst sich als assoziierte Forscherin an der Friedensakademie Rheinland-Pfalz zudem mit aktuellen Fragen der Friedens- und Konfliktforschung.

Im Mai 2017 wurde Ulrike Zeigermann an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit einer Doktorarbeit zum Thema „Entwicklungspolitische Kohärenz – von einer vagen Idee zu einer globalen Norm?“ promoviert. Zuvor studierte sie Politikwissenschaft in einem deutsch-französischen Doppeldiplomstudiengang an Sciences Po Lille und an der Universität Münster. Sie schloss ihr Studium mit einem Master in Menschenrechte an der London School of Economics and Political Science ab.

Stipendium

2019          : Stipendium aus dem Professorinnenprogramm II, OVGU

2018          : DAAD Stipendium für Konferenzreisen

2016          : Forschungsstipendium des Centre Marc Bloch

2015          : DAAD Forschungsstipendium

2013 - 2016: Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung

2009 - 2012: Studienstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung

2007 - 2011: Stipendium der Deutsch-Französischen Hochschule

2007: Stipendium des deutsch-französischen Jugendwerks

Forschungsthema

Die Arbeitsschwerpunkte von Ulrike Zeigermann liegen im Feld der politikwissenschaftlichen Nachhaltigkeits- und Entwicklungsforschung und berühren dabei insbesondere Fragestellungen der der Politikfeldanalyse und Menschenrechte. In ihrem aktuellen Habilitationsprojekt befasst sich Ulrike Zeigermann mit dem internationalen Transfer von Normen und Wissen im Bereich der interdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Es geht darin um die Veränderung politischer Prozesse und Entscheidungen durch neue multi-stakeholder Plattformen, welche zur Implementierung der globalen Nachhaltigkeitsziele im Rahmen der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung eingeführt wurden.  

Die Schaffung transdisziplinärer Nachhaltigkeitsplattformen wirft vor dem Hintergrund komplexer Krisen (Klimawandel & soziale Ungleichheiten) im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und zunehmenden Misstrauen in Politik und Medien („Fake News“) neue theoretische und empirische Fragen über das Verhältnis von Wissen, Governance und Nachhaltigkeit auf. Unter welchen Bedingungen führt innovatives Wissen über nachhaltige Entwicklung zu nachhaltigen Politiken?

Die Untersuchung dieser Frage tangiert nicht nur Strukturen, Prozesse und Interaktionen in internationalen Organisationen und Netzwerken, sondern auch rechtliche Fragen (u.a. die Rolle von Laien im Recht) und grundsätzliche Fragen zur Konstitution moderner gesellschaftlicher Ordnungen

Menschenrechte - Nachhaltige Entwicklung - Global Governance - Entwicklungspolitische Kohärenz - Vergleichende Politikfeldanalyse - Zirkulation von Wissen, Politiken und Normen

Titel der Dissertation

Policy Coherence for Development - from a vague idea towards a global norm?

Zusammenfassung der Dissertation

Seit ihrer Entstehung hat sich ‚entwicklungspolitische Kohärenz‘ – die Integration von nachhaltiger Entwicklung in alle politischen Entscheidungen wegen deren Einfluss auf Entwicklungsländer – zu einem Schlagwort in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit entwickelt. Trotz der zunehmenden Verbreitung bleibt das Konzept sehr unklar. Unter Forscher*innen besteht Uneinigkeit darüber, wie und ob es in der Theorie der internationalen Beziehungen und Entwicklungspolitik angewendet werden kann.

In meiner Dissertationsschrift untersuche ich die internationale Zirkulation von administrativem Wissen und politischen Ideen zu ‚entwicklungspolitischer Kohärenz‘ durch transnationale Netzwerke.  Mein Fokus liegt dabei insbesondere auf den Austauschprozessen zwischen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und ihren Mitgliedstaaten am Beispiel der drei wichtigsten europäischen Länder für internationale Zusammenarbeit: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. 

Anhand meiner qualitativen empirischen Untersuchung erkläre ich, wie und warum das Konzept so erfolgreich werden konnte. Ich unterscheide dabei zwischen konzeptionellen, institutionellen und akteursbasierten Faktoren und argumentiere, dass paradoxerweise gerade die vielfach kritisierte Unschärfe dazu beigetragen hat, dass sich die Idee zu einer Soft Norm entwickelt hat. Außerdem zeige ich die besondere Rolle von zentralisierten Policy Entrepreneurs beim Transfer von Ideen auf und identifiziere drei unterschiedliche Ansätze zum Verständnis von PCD auf nationaler Ebene, die sich trotz verschiedener Formen der Implementierung in Deutschland, Frankreich und Großbritannien wieder finden.

Betreuer

Prof. Dr. Paul Kevenhörster und Prof. Dr. Markus Lederer

Projekte

Aktuelle Projekte:

Land-Kreis-Gemeinde: https://www.land-kreis-gemeinde.de/

Laien im Recht: DFH-Kooperationsprojekt der Universität Magdeburg und des Centre Marc Bloch

Forschungsgruppe Krise und Emergenz sozio-politischer Ordnungen am Centre Marc Bloch

Shared Societies: Kooperationsprojekt der Universität Magdeburg, der Friedensakademie Rheinland-Pfalz und der Universität Haiva

Wissenszirkulation in Nachhaltigkeitsnetzwerken: Habilitationsprojekt an der Universität Magdeburg

 

Abgeschlossene Projekte:

Leitung der Forschungsgruppe Staatliches Handeln und Wissenszirkulation

Organisation des Programmes "Zukunftswege"

Doktorandenausbildung des Centre Marc Bloch

Organisation von Veranstaltungen

International Conference: Laypersons in Law – Social Science Perspectives on Legal Practices of Non-professionals, Berlin 09-10 May 2019 (https://www.cmb.hu-berlin.de/zentrum/neuigkeit/call-for-papers-laypersons-in-law/)

Winter School for Young Scholars: Politics and Law – An Interdisciplinary Dialogue between Social and Legal Sciences, Berlin, 28 – 30 November 2019

Contested knowledge and expertise in sustainability politics - Panel at the International Conference on Public Policy, Montréal 26-28. June 2019

Pour une approche interdisciplinaire de l’énergie - French-German Expert Workshop, Berlin 06/2019

 

 

Contested Knowledge in Sustainability Governance

Die Arbeitsschwerpunkte von Ulrike Zeigermann liegen im Feld der politikwissenschaftlichen Nachhaltigkeits- und Entwicklungsforschung und berühren dabei insbesondere Fragestellungen der der Politikfeldanalyse und Menschenrechte. In ihrem aktuellen Habilitationsprojekt befasst sich Ulrike Zeigermann mit dem internationalen Transfer von Normen und Wissen im Bereich der interdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Es geht darin um die Veränderung politischer Prozesse und Entscheidungen durch neue multi-stakeholder Plattformen, welche zur Implementierung der globalen Nachhaltigkeitsziele im Rahmen der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung eingeführt wurden. Die Schaffung transdisziplinärer Nachhaltigkeitsplattformen wirft vor dem Hintergrund komplexer Krisen (Klimawandel & soziale Ungleichheiten) im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und zunehmenden Misstrauen in Politik und Medien („Fake News“) neue theoretische und empirische Fragen über das Verhältnis von Wissen, Governance und Nachhaltigkeit auf. Unter welchen Bedingungen führt innovatives Wissen über nachhaltige Entwicklung zu nachhaltigen Politiken? Die Untersuchung dieser Frage tangiert nicht nur Strukturen, Prozesse und Interaktionen in internationalen Organisationen und Netzwerken, sondern auch rechtliche Fragen (u.a. die Rolle von Laien im Recht) und grundsätzliche Fragen zur Konstitution moderner gesellschaftlicher Ordnungen.

Publikationen

Policy Transfer in a Global Economy, Ulrike Zeigermann and Elsa Tulmet, in: Policy Transfer and Norm CirculationTowards an Interdisciplinary and Comparative Approach. Edited by Laure Delcour, Elsa Tulmets, Routledge, 2019

Akteure in Sekretariaten internationaler Organisationen. Das OECD-Sekretariat im Kontext der Policy Coherence for Development-Debatte Ulrike Zeigermann, in: der moderne staat dms: Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management; Jg. 11, Nr. 2 (2018): Verwaltung als Akteur Akteure in der Verwaltung; Verlag Barbara Budrich, 2018

Governing Sustainable Development through ‘Policy Coherence’? The production and circulation of knowledge in the EU and the OECD. in: European Journal on Sustainable Development. 2018

Entwicklungspolitische Kohärenz - von einer vagen Idee zu einer globalen Norm? Dissertationsbeitrag. Forschungsseminar des CMB. 2017

Responsible Business Conduct: From good intentions to sustainable development, Ulrike Zeigermann, Coherence for Development. Better Policies for Better Lives. Issue 3, OECD Publishing, Paris 2014

Restorative Justice and Land Reform in South Africa, David Betge und Ulrike Zeigermann, CCS Working Paper Series, 2014; Präsentiert auf der "Understanding Justice in Conflicts" Konferenz, Monterey Institute of International Studies, Monterey 2013

Französische Entwicklungszusammenarbeit und der Mythos vom gemeinsamen Wachstum, Ulrike Zeigermann, in: Benjamin Laag, Janina-Lorena Obermeyer (Hrsg.) Europa in der Verantwortung. Entwicklungspolitische Herausforderungen und Perspektiven. Münster 2013

 

 

Recent Conference Papers (Selection):

International Public Policy Association (IPPA) Conferences, Montréal 2019 and Pittsburgh 2018, Panel Chair of: “Contested knowledge and expertise in sustainability politics”, Oral Presentations: Challenging scientific knowledge and expertise in sustainability politics;  Intermediary actors in interdependent and complex policy processes

European Consortium for Political Research (ECPR) General Conference, Wroclaw 2019 and Hamburg 2018, Oral Presentations: Power, Interests and Knowledge Behind New Approaches for Sustainable Development & Integration to Overcome Tensions between Knowledge and Governance in Sustainability Policy –The Case of OECD ‘Focal Points’ for Policy Coherence for Development

International Political Science Association (IPSA) World Congress, Brisbane 2018, Panel Chair of “Authoritarian Politics & Policy-Making” & Paper Presenter: Circulation of Knowledge on Sustainable Development in the Modern International Cooperation Architecture; Human Rights Education 2.0

German Political Science Association (DVPW) Congress, Frankfurt (Main) 2018, Oral Presentation: Wie nachhaltig müssen und können Politiken in modernen Demokratien sein?

Jahrestagung des Forum Junge Staats-, Verwaltungs- und Policy-Forschung, Kassel 2019 and Konstanz 2018, Oral Presentations: Nachhaltig verwirklicht und wirklich verwaltet? Eine kritische Bestandsaufnahme der Debatte um Governance für nachhaltige Entwicklung; Sekretariate internationaler Organisationen als Policy Entrepreneurs und Agents of Transfer?

 

 

Blog Articles:

"Menschenrechtsbildung 2.0" erschienen auf dem Blog der Friedensakademie RLP, 2017

"Quo vadis UNESCO?" erschienen auf dem Bog der Friedensakademie RLP, 2017

"Populismus als Unwort des Jahres 2016?" erschienen auf dem Blog von Polis 180, 2017


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© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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